Hinter dem Namen "M Flex Air" verbirgt sich eine moderne Lüftungsanlage für Klassenzimmer, Praxen oder Büros, die die Kulmbacher Firma Glen Dimplex entwickelt und nun als Pilotprojekt in ein Klassenzimmer der Max-Hundt-Schule eingebaut hat. Die Anlage verteilt geräuscharm frische Luft im Raum und sorgt für eine Reduktion von CO2 -Emissionen und eine gleichbleibende Zimmertemperatur.

Jens Rammensee und Heiko Lindner von Glen Dimplex stellten bei einem Pressetermin in der Max-Hundt-Schule das Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung vor und verwiesen darauf, dass die Anlage im Gegensatz zu Geräten, die die Luft im Zimmer lediglich umwälzen, kontinuierlich die verbrauchte Raumluft gegen Frischluft austauscht. Das vermeide Störungen durch häufiges Fensteröffnen und könne in Corona-Zeiten Schüler wie Lehrer wirkungsvoll vor Ansteckung schützen.

Das Lüftungssystem wurde der Schule im Rahmen eines Pilotprojekts kostenlos zur Verfügung gestellt. Es ist die erste Anlage dieser Art, die im schulischen Alltag zum Einsatz kommt. Wie funktioniert richtiges Lüften im Schulalltag? Um Lehrer und Schüler vor ansteckenden Viren zu schützen, sollte die Raumluft gemäß Umweltbundesamt drei Mal in der Stunde komplett ausgetauscht werden . Das bedeutet: entweder alle 20 Minuten den Unterricht zu unterbrechen und alle Fenster weit zu öffnen oder über eine leistungsfähige Lüftungsanlage für permanenten Luftaustausch zu sorgen.

So funktioniert die Lüftung

Glen Dimplex hat deshalb für den schulischen Einsatz das Lüftungssystem "M Flex Air" weiterentwickelt, dessen Be- und Entlüftungsrohre an der Decke des Klassenzimmers installiert wurden. Die verbrauchte Luft wird direkt oberhalb der Schülerinnen und Schüler abgesaugt, so dass sie möglichst wenig Kontakt mit der belasteten Abluft haben. Sie wird über zwei Abluftstränge an der Zimmerdecke nach oben gesaugt und ins Freie geblasen. Im Gegenzug wird Frischluft an den beiden Seitenwänden zugeführt, so dass sich eine gerichtete, sanfte Luftströmung von den Seitenwänden zur Decke ergibt. In Klassenräumen durchschnittlicher Größe ist dadurch eine Stoßlüftung über geöffnete Fenster nur noch einmal nach jeder Schulstunde nötig.

Wie Jens Rammensee und Thorsten Zimmermann-Hanning aufzeigten, reduziert die Lüftungsanlage nicht nur die Viren- und Kohlendioxid-Konzentrationen, sondern sie hat auch einen hohen Wärme-Rückgewinnungsgrad. Das spart Heizkosten und verbessert die CO2-Bilanz der Heizung, da "M Flex Air" die in der warmen Abluft enthaltene Energie für die Erwärmung der Zuluft nutzt. Im Sommer kühlt die Anlage darüber hinaus überhitzte Klassenzimmer mit kühler Nachtluft ab und das ohne zusätzlichen Energieaufwand.

"Als Aufputzanlage ist das Lüftungssystem "M Flex Air" von Dimplex besonders einfach zu installieren. In der Max-Hundt-Schule war in zwei Tagen alles gemacht", erklärte Geschäftsführer Alexander Meile von der Meile-Technik GmbH auf Anfrage. Zusätzlich zum Lüftungsgerät werden nur die Be- und Entlüftungsrohre an der Decke, ein Stromanschluss und ein Kondensatablauf benötigt. Das Lüftungsgerät selbst mit den Maßen 560 x 534 Millimetern kann stehend oder wandhängend aufgestellt oder auch "unsichtbar" in einem Schrank eingebaut werden.

Für Schulleiterin Anja Buchdrucker ist damit der Anfang für eine gesunde Lernatmosphäre in der Max-Hundt-Schule Schule gemacht. Die Rektorin freute sich, dass ihre Schule ausgewählt wurde, um jetzt das Modellprojekt zu starten. "Auch für die Zeit nach Corona schaffen wir damit ideale klimatische Bedingungen für einen guten Lernerfolg."

OB Ingo Lehmann (SPD) dankte Grünen-Stadträtin Dagmar Keis-Leichner, die die Aktion über Glen Dimplex "eingefädelt" hatte. Noch ist es ein Pilotprojekt, aber OB Lehmann geht davon aus, dass die eine oder andere Schule nachziehen wird. Lehmann dankte vor allem Glen Dimplex: "Das ist eine hervorragende Geschichte, die ihr hier auf den Weg bringt und vielleicht hat diese Lüftungsanlage Leuchtturmcharakter weit über die Grenzen von Kulmbach hinaus."

Dagmar Keis-Lechner erläuterte kurze ihre Beweggründe, die Initiative mit Blick auf das Homeschooling zu ergreifen. Dabei sind der Stadt- und Kreisrätin die Sozialkontakte von Kindern wichtig, damit diese einen weiteren Lockdown ohne Schäden überstehen.