Es war im August 2019, als die "Kaufland"-Filiale im "Fritz" geschlossen wurde. Der Standort sei nicht attraktiv genug, hieß es damals aus der Firmenzentrale. Eine, die gegen die Schließung und für den Erhalt der zuletzt rund 50 Arbeitsplätze gekämpft hatte, war Mandy Mücke. Was die einstige Betriebsratschefin dazu sagt, dass nur eineinhalb Jahre später wenige Hundert Meter weiter eine neue "Kaufland"-Filiale eröffnet wird? "Man fühlt sich im Nachhinein schon veräppelt", sagt Mücke, die weiß: ",Kaufland' hatte es immer schon auf den ,Real'-Markt in der Ruckdeschel-Straße abgesehen. Daraus wurde nie ein Geheimnis gemacht."

Lob für Zahlungsmoral

Auch wenn die Enttäuschung groß gewesen sei, dass der Kampf verloren ging, so hat die Kulmbacherin die "Kaufland"-Kette, die zur Schwarz-Gruppe gehört, zuvor als guten Arbeitgeber schätzen gelernt. "Ich kenne kein Einzelhandelsunternehmen, das seine Angestellten so gut bezahlt wie ,Kaufland'. Wir haben mehr als den Tariflohn bekommen. Ich beneide da die Mitarbeiter von ,Real', die jetzt zu ,Kaufland' kommen", sagt Mücke.

Nach dem Aus im "Fritz" hat sie längst einen neuen Arbeitsplatz gefunden. Mücke ist jetzt bei der "Frankenfarm" im Verkauf beschäftigt. Was ihre Ex-Kollegen machen? Man verliere sich mit der Zeit aus den Augen, sagt Mücke, die weiß, dass der eine oder andere umgeschult hat, sich manche auch bei Edeka Seidl beworben haben, der auf den alten "Kaufland"-Flächen im "Fritz" eine Filiale eröffnet hat.

Rückkehr wäre möglich

Nicht alle hätten einen neuen Job. Sollte "Kaufland" für den neuen Markt Mitarbeiter suchen, könnten sich ihre Ex-Kollegen bewerben. Die Abfindungen, die geflossen seien, müssten nicht zurückgezahlt werden. Ob für sie selbst eine Rückkehr zu "Kaufland" denkbar ist? Derzeit sei das kein Thema. "Dafür ist das, was 2019 passiert ist, noch viel zu frisch."