Die Idee, die Betreuungsmöglichkeiten für Kinder in Neudrossenfeld auszubauen, gibt es schon seit langem. Jetzt machten die Gemeinderäte Nägel mit Köpfen. Sie ermächtigten Bürgermeister Harald Hübner (CSU), bei der Regierung von Oberfranken Fördermittel für die Schaffung einer offenen Ganztages-Grundschule und für den Anbau einer Krippengruppe an die Kita "Kunterbunt" zu beantragen.

Drei Lösungsansätze vorgestellt

Die offene Ganztagesbetreuung an der Friedrich-von-Ellrodt-Grundschule hatte das Gremium bereits beschlossen. In einer Sondersitzung ging es nun konkret darum, Fördermittel für die sogenannte Variante 3 zu beantragen. In langwierigen Vorplanungen hatte Architekt Klaus Pastner mehrere Planungen in Erwägung gezogen. Letztlich sprach sich der Bauausschuss dafür aus, die alte Hausmeisterwohnung abzubrechen und an dieser Stelle einen Neubau mit modernen Funktions- und Lagerräumen und einer Hausmeisterei zu errichten. Diese Variante ist mit 1,45 Millionen Euro zwar am teuersten, bietet jedoch auch den meisten Komfort, erläuterte Bürgermeister Hübner. Insgesamt entstünden 296 Quadratmeter Nutzfläche.

Ebenfalls zur Debatte hatte die Sanierung des Bestandsgebäudes gestanden. Diese hätte mindestens 1,25 Millionen Euro gekostet, und man hätte auf die zweifelhafte Bausubstanz aus den sechziger Jahren aufsetzen müssen. Schnell wieder ad acta gelegt hatte der Gemeinderat die Idee, die Hausmeisterwohnung zu belassen und im Schul- und Pausenhof einen Neubau für die Ganztagesbetreuung zu errichten. Damit wäre jedoch das gesamte Naturerlebnis-Areal zugebaut worden.

In den Hang gelegt

Klaus Pastner hat den Neubau der favorisierten Variante 3 in den Hang gelegt. Das Untergeschoss soll in Stahlbetonbauweise errichtet werden - als Massivbau. Das aufgesetzte Obergeschoss stellt sich der Architekt in Leichtbauweise vor. Das Dach soll flach sein und begrünt werden.

"Mir gefällt diese Variante richtig gut", kommentierte Michaela Schirmer (SPD) und betonte, dass im Untergeschoss ausreichend Lager- und Technikräume untergebracht werden könnten. Dieter Bauernfeind (CSU) dagegen monierte, dass bei den Entwurfsplanungen eine Photovoltaikanlage fehle. Pastner betonte, dass solch eine Anlage jederzeit nachgerüstet werden könne, dass sie möglicherweise auf dem Schuldach aber besser aufgehoben sei. "Wir planen aber so, dass auch eine Photovoltaikanlage möglich ist", so Pastner. Für den Förderantrag sei dies nicht relevant.

Nicht glücklich zeigte sich Georg Waldmann (FuG). Er schlug Alternativstandorte vor. "Mir passen einfach die Kosten nicht", sagte er, stimmte jedoch letztlich ebenfalls zu.

Dann ist der Bedarf gedeckt

Eine weitere große Investition plant Neudrossenfeld mit dem Neubau einer weiteren Krippengruppe an der Kita "Kunterbunt". Die Gemeinde hat einen Bedarf von 38 Krippenplätzen festgestellt. Nach dem Bau sind 50 Plätze (inklusive die Containerlösung) vorhanden. "Wir können die Krippe dann noch aufstocken, damit haben wir ausreichend Luft nach oben", sagte Harald Hübner.

Architekt Klaus Pastner hat den Neubau der Krippe auf der gleichen Ebene wie die bestehende Einrichtung geplant. Im Zwischenbereich entsteht ausreichend Raum für das Abstellen von Kinderwagen, im Innenbereich ein Spielhof. Insgesamt kostet der Krippenneubau rund 980 000 Euro. Auch für diese Baumaßnahme beantragt die Gemeinde Fördermittel.

"Mir gefällt die Lösung wirklich gut, vor allem der Spielbereich", kommentierte Harald Kull (FuG). Annette Fial (FuG) gab meinte, dass bei der Ausstattung des nach Süden ausgerichteten Schlafraums an Sonnenschutz gedacht werden müsse. Georg Waldmann schlug vor, die Fluchttüren zu verlegen.

Es soll bald losgehen

Bürgermeister Harald Hübner (CSU) betonte, dass er sich von den Mega-Investitionen eine Stärkung des Schul- und des Wohnstandortes Neudrossenfeld erhofft. Realisiert werden sollen die beiden Großprojekte schnellstmöglich. Doch allein die Bauzeit für den Neubau an der Schule wird auf mindestens ein Jahr beziffert, das Genehmigungsverfahren und die Zusage von Fördermitteln sowie der Abbruch des alten Gebäudes benötigen ebenfalls Zeit.