Was wäre gewesen, hätte Philipp Baaske die einschlägige Forschungsliteratur gekannt? Dann hätte er 2008 womöglich nie versucht, ein Verfahren zu entwickeln, das sich Microscale Thermophoresis nennt - und auf das der gebürtige Kirchleuser heute bedeutende Patente angemeldet hat. "Experten waren sich einig: Das, was wir da probieren, widerspreche physikalischen Gesetzen." Es stellte sich heraus: Was alle für unmöglich hielten, funktionierte eben doch. "Eigentlich war es Zufall, dass wir über haupt in die Richtung forschten."

Herausgekommen ist nicht weniger als eine Revolution in der Medizintechnik. Die Pharmabranche nutzt begeistert die Erfindung von Baaskes Firma NanoTemper Technologies in München, die der 34-Jährige zusammen mit seinem Partner Stefan Duhr 2008 gründete: ein Gerät namens "Monolith". Kurz gefasst ermöglicht der Apparat, einen Wirkstoff direkt mit körpereigenen Flüssigkeiten