Am Montag hat der Betrieb im Neuenmarkter Kindergarten wieder begonnen - wenn auch nur eingeschränkt. Nach mehreren Corona-Fällen unter Kindern und Erzieherinnen war die Einrichtung in der vergangenen Woche geschlossen gewesen. "Wir hoffen, dass Ende dieser Woche wieder etwas Normalität einkehrt", sagt die Leiterin der Kita, Franziska Kammermeier. Derzeit würden 25 Prozent der Kindergartenkinder (das sind 24 Jungen und Mädchen) und 40 Prozent der Krippenkinder (das sind acht Kinder) betreut.

Träger der Kita ist die evangelische Kirche. Wie Pfarrer Stefan Schleicher erklärt, wurden alle diese Kinder zweifach negativ auf Corona getestet. Denn nicht nur bei den Eltern sei die Sorge über weitere Ansteckungen groß, sondern auch unter den Erzieherinnen, betont er. Sechs von ihnen hatten sich ebenfalls mit Corona infiziert. "Das ist insofern außergewöhnlich, weil fünf von ihnen zweifach geimpft waren", so der Pfarrer. Und anders als in Schulen hätten die Mitarbeiterinnen engen Kontakt mit den Kleinen, "die man auch mal in den Arm nehmen muss". Dabei würden die Erzieherinnen Vorsicht walten lassen und alle Masken tragen.

Wie Pfarrer Schleicher weiter erklärt, seien alle Entscheidungen in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt getroffen worden. "Denn so einfach kann man einen Kindergarten nicht schließen." Die Kindergartenleitung sei ständig mit der Behörde in Kontakt gestanden, alle Schritte seien miteinander abgestimmt worden, nachdem die ersten Schnelltests unter Mitarbeitern positiv waren. "Es wird drei Mal in der Woche getestet, damit möglichst große Sicherheit herrscht."

Handlungsgrundlage des Gesundheitsamts und entscheidend für die Schließung seien aber die Ergebnisse der offiziellen PCR-Tests gewesen. "Davor war noch alles in der Schwebe."

Der Pfarrer ist trotz aller Schwierigkeiten froh, dass keines der 21 positiv getesteten Kinder wegen Corona ins Krankenhaus musste. "Wir müssen jetzt schauen, dass alle, Jungen, Mädchen und Erzieherinnen, wieder gesund werden." Damit in Zukunft derartige Corona-Ausbrüche nicht mehr vorkommen, appelliert Schleicher an alle Eltern, ihre Kinder bei Erkältungssymptomen zu testen, bevor sie sie in die Kita bringen. "Denn man weiß nie, ob es nur ein harmloser Schnupfen ist oder nicht, denn es gibt keine Verpflichtung zu Tests bei den Kleinen."

Dass es inzwischen wieder gut anläuft, darüber freut sich Einrichtungsleiterin Kammermeier. Auch wenn es aufgrund der fehlenden Erzieherinnen einen logistischen Mehraufwand erfordert. "Aber wir haben eine Info-App, über die Eltern ihre Kinder an- und abmelden können. Das läuft gut", sagt sie. Derzeit sind eine Krippen- und zwei Kindergartengruppen in Betrieb - normalerweise sind es doppelt so viele. Wie es in den nächsten Tagen und Wochen weitergeht, das werde in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt entschieden, mit dem sie auch am Wochenende in Verbindung gestanden habe.

Dass es in den vergangenen Tagen keine neuen positiven Fälle unter den Kita-Kindern und den Erzieherinnen gegeben hat, freut Bürgermeister Alexander Wunderlich (CSU). Ihm ist auch klar, dass für manch berufstätige Eltern die Schließung der Einrichtung "nicht ideal" gewesen sei. "Aber wenn es so einen Corona-Ausbruch gibt, muss man reagieren. Und die einzig vernünftige Lösung war die Schließung, um das Geschehen wieder in den Griff zu bekommen."

In diesem Zusammen spricht der Neuenmarkter Bürgermeister nicht nur ein Lob an die Eltern aus, die die Schließung positiv gesehen hätten ("Weil die Sicherheit an erster Stelle steht"), sondern auch an die Kita-Leitung, die sehr gut reagiert habe.