Wunderschöne geistliche Chorstücke hatte Dirigent Heiner Beyer für das Konzert zum Abschluss des Jubiläumsjahres ausgesucht. Die Lieder waren den 40 Aktiven des Gesangvereins 1864 Untersteinach, die bei dem Konzert in der St.-Oswald-Kirche zu Topform aufliefen, wie auf den Leib geschnitten.

Fast ein halbes Jahr hatte der Chor mit Akribie an der Intonation und Präsentation gearbeitet. Denn schließlich sollte der Abschluss des Jubiläumsjahres mit einem musikalischen Höhepunkt über die Bühne gehen. Immerhin blickt der Gesangverein Untersteinach auf 150 Jahre Chorgeschichte zurück.

Das Beste aus 50 Jahren

Die Mühe hat sich gelohnt, davon konnten sich die vielen Zuhörer, die den Weg in die St. Oswald-Kirche gefunden hatten, selbst überzeugen.
Heiner Beyer ließ mit dem gemischten Chor und mit dem Männerchor "das Beste aus fünfzig Jahren Chorgesang" Revue passieren.

Mit dem wunderschönen "Gloria in excelsis deo" eröffnete der gemischte Chor das anspruchsvolle Konzertprogramm. Weitere Klassiker wie Orlando di Lassos "Jubilate Deo" und "Locus iste" von Anton Bruckner überzeugten ebenso.

In der gemischten Besetzung interpretierte das Ensemble fünf Motetten aus der Geistlichen Chormusik von Heinrich Schütz - kleine musikalische Leckerbissen, die die Text-Botschaft in den Mittelpunkt stellten. Zudem standen Weisen von Bach und Felix Mendelssohn-Bartholdy sowie "Allein auf Gottes Wort" von Michael Praetorius auf dem Programm.

Besondere Akzente im reichhaltigen Programm setzte zudem der Männerchor. Die 13 Sänger überzeugten durch ihr Können und durch die anspruchsvollen Werke. Von Ludwig van Beethoven brachte der Chor "Die Himmel rühmen die Ehre Gottes" und "Gott ist mein Lied", von Michael Haydn "Hymne an Gott" und ein Lob- und Danklied zu Gehör.

Männer überzeugen

Sehr überzeugend interpretierten die Männer zudem das "Miserere" von Antonio Lotti. Und auch das "Vater unser" von Gerhard Rabe nach Peter Tschaikowsky war eine Ohrenweide.

Zwischen den Chorauftritten sorgten Orgelwerke für eine völlig neue Klangfarbe. Allerdings konnte nicht, wie vorgesehen, Heiner Beyer die Orgel spielen, Thomas Grünke sprang in letzter Minute ein. Er interpretierte den "Marche triomphale - Nun danket alle Gott" von Sigfried Karg-Elert, das Präludium G-Dur von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Vincent Lübecks Präludium und Fuge in F-Dur sowie Christian Heinrich Rincks Präludium und Fuge C-Dur.

Zum 150-jährigen Bestehen hatte Heiner Beyer einen Wunsch auf dem Herzen: neue Aktiver. Der Gesangverein Untersteinach probt immer freitags um 19 Uhr im Gemeindesaal unter der Turnhalle. Notenkenntnisse sind nicht notwendig.