Das Coronavirus ließ das übliche Spektakel nicht zu. Doch immerhin öffnete das DDM am Pfingstsamstag nach wochenlanger Pause wieder. Die Verantwortlichen hatten sich intensiv auf die Wiedereröffnung vorbereitet und Leitlinien zum Schutz der immerhin rund 500 Besucher erarbeitet. Erfreulich vor allem, dass nach einer Pause von rund drei Jahren die Kleinbahn endlich wieder ihre Runden im Freigelände drehen konnte, denn das Schienennetz war im Rahmen des Museumsentwicklungskonzeptes grundlegend saniert worden. Für die Besucher wurden Freifahrten angeboten, die vor allem bei den kleinsten Eisenbahnfreunden große Freude auslösten.

Was bei den Besuchern gleich im neuen Eingangsgebäude einen riesigen Aha-Effekt auslöste, war das Fahrwerk der Schnellzuglokomotive 012 080-8, das im Original auf einer Schiene platziert wurde und sich auch in Bewegung setzt. Bezirkstagspräsident Henry Schramm (CSU), der zusammen mit Landrat Klaus Peter Söllner (FW) und Bürgermeister Alexander Wunderlich (CSU) zu den ersten Besuchern zählte, sagte: "Es ist wirklich ein toller neuer Eingangsbereich entstanden, und mit dem Laufwerk können die Besucher die Funktionsweise einer Dampflokomotive sehr gut erkennen." Allein für den neuen Eingangsbereich wurde ein Millionen-Betrag aufgewendet; die Neugestaltung solln zur Attraktivierung des Museums beitragen.

Landrat Klaus Peter Söllner dankte der Stiftung Deutscher Eisenbahn dafür, das Laufwerk als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt zu haben. Bürgermeister Alexander Wunderlich zeigte sich erfreut darüber, dass das Dampflokomotiv-Museum nach der Corona-bedingten Schließung wieder seine Tore öffnen konnte: "Wir sind froh, dass es jetzt schrittweise wieder ermöglicht wird, unser Museum anzusehen und zu bewundern."

Unter den Besuchern war mit Sven Schuhmann aus Lauf an der Pegnitz ein ausgesprochener Dampflok-Fan und mit ihm sein sechsjähriger Sohn Florian, der auch Eisenbahnfan ist. "Es ist natürlich sehr schade, dass in diesem Jahr die Pfingstdampftage nicht stattfinden, aber es ist toll, dass die Klein-Dampfbahn wieder fährt. Das neue Eingangsgebäude ist sehr gelungen", sagte er.

Mit Taimo Frömel aus Münchberg und Tobias Eberhardt aus Fichtelberg waren zwei Mitglieder der Eisenbahnfreunde Münchberg unter den Besuchern, die das DDM von der jährlichen Modellbahn-Ausstellung in- und auswendig kennen. Taimo Frömel: "Mich hat vor allem interessiert, wie weit das Museumsentwicklungskonzept schon umgesetzt wurde." Das neue Eingangsgebäude hätte er gern in das Eisenbahn-Feeling mit dem rötlichen Ziegelsteinbau integriert gewusst, aber was den Innenbereich angeht, war er voll des Lobes. Auch Tobias Eberhardt störte sich am Betonbau im Eingangsbereich: "Innen ist es aber klasse, auch mit dem Laufwerk, das gefällt mir mega gut."