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Bildung

Mittelschule Mainleus macht Quali-Absolventen ein neues Angebot

Die Mittelschule Mainleus bietet bald das Programm "9 plus 2" an. Damit können Jugendliche mit Quali in zwei Jahren den mittleren Bildungsabschluss machen.
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Carolin Tydal, Marlon Will und Luk Heilsberg haben ganz konkrete Vorstellungen von ihrer Zukunft - Schulleiterin Doris Hörath und Konrektor Bernd Fritsch unterstützen sie dabei mit dem neuen Programm "9 plus 2 - Zeit für Entwicklung".Uschi Prawitz
Carolin Tydal, Marlon Will und Luk Heilsberg haben ganz konkrete Vorstellungen von ihrer Zukunft - Schulleiterin Doris Hörath und Konrektor Bernd Fritsch unterstützen sie dabei mit dem neuen Programm "9 plus 2 - Zeit für Entwicklung".Uschi Prawitz

Wer seinen qualifizierenden Hauptschulabschluss (kurz: Quali) in der Tasche hat, hat schon eine gute Voraussetzung erfüllt, um eine Lehrstelle zu finden. "Aber du wirst in deinem Leben sicher noch oft nach deinem Schulabschluss gefragt werden. Vielleicht willst du dich auch einmal beruflich verändern, oder du willst von vornherein deine beruflichen Auswahlmöglichkeiten vergrößern", erklärte die Schulleiterin der Mainleuser Mittelschule, Doris Hörath, den aktuellen Schülerinnen und Schülern der 8. und 9. Klassen am Mittwochvormittag.

Grund ist ein brandneues Angebot, das den Mittelschülern im Kulmbacher Land ab dem kommenden Schuljahr 2019/2020 offen stehen wird: Das Programm "9 plus 2 - Zeit für Entwicklung". Was bedeutet das? "Schülerinnen und Schüler, die den Quali mit einem Durchschnitt von 2,5 bestanden haben, können in einer zweijährigen Vorbereitungsklasse den mittleren Bildungsabschluss erwerben", erklärte Konrektor Bernd Fritsch. Dadurch werde den Schülern der Einstieg in die M-Stufe erleichtert. Die Erfahrung an anderen Schulen, die dieses System bereits seit einigen Jahren umsetzen, zeige echte Erfolge.

"Wir unterrichten nach dem Klassenlehrerprinzip, wodurch eine intensive Begleitung der Schüler ermöglicht wird", sagte Fritsch. Der Stoff der 10. Jahrgangsstufe wird auf zwei Jahre gestreckt, und anschließend wird die identische Abschlussprüfung der Mittleren Reife wie in der M10 abgelegt. Dieser Abschluss berechtigt auch zum Übertritt an die FOS oder in die Einführungsklasse des Gymnasiums. Durch die Streckung in der Vorbereitungsklasse 1 und 2 bleibt im Vergleich zur traditionellen M10 mehr Zeit für den Stoff, zum Beispiel in Form von Intensivierungsstunden.

Und es bleibt mehr Zeit für die Entwicklung. Das ist auch ein Grund, weshalb die Schulleiterin für dieses im Landkreis Kulmbach vollkommen neue System brennt. "Viele Schüler haben den Sprung auf die Realschule oder den M-Zweig verpasst, einige entdecken erst in der 9. Klasse die Lust am Lernen, wieder andere streben einen Beruf an, der die mittlere Reife voraussetzt", sagte Doris Hörath. Auch habe die Erfahrung gezeigt, dass etliche Schüler, die nach dem Quali den Sprung in die traditionelle M10 gewagt haben, mit vielen Problemen zu kämpfen hätten. Und für Schüler mit Migrationshintergrund, die noch keine ausreichenden Deutschkenntnisse haben, sei dies ebenfalls eine Chance auf einen höheren Schulabschluss.

Innovative Schulkultur

Die Mittelschule Mainleus biete dafür das ideale Schulklima. "Wir haben eine innovative Schulkultur, gut ausgestattete Fachräume und eine sehr gute Bus- und Bahnanbindung." Darüber hinaus ist die Schulleiterin besonders stolz auf die Wohlfühlatmosphäre an ihrer Schule. Dem stimmten die drei Neuntklässler Carolin Tydal, Marlon Will und Luk Heilsberg ohne Zögern zu.

"Ich will mehr Chancen haben, mir alle Möglichkeiten offen lassen, vielleicht sogar auf die FOS gehen", sagte Luk, der aktuell damit liebäugelt, Zimmermann oder Schreiner zu werden. Sein Mitschüler Marlon hat in Bälde ein Vorstellungsgespräch als Mechatroniker, und "wenn ich dafür die mittlere Reife brauche, dann mache ich das mit der Vorbereitungsklasse". Auch Carolin Tydal freut sich über dieses Angebot, denn sie will Polizistin werden, und dafür braucht sie den mittleren Bildungsabschluss.

"Außerdem finde ich es toll, dass man aufgefangen wird, sollte eine Vorbereitungsklasse nicht zustande kommen." Die Befürchtungen der Neuntklässlerin sind nicht unberechtigt: Damit "9 plus 2" starten kann, sind laut Schulrat Michael Hack mindestens 15 Schüler notwendig. Und schließlich kann man sich erst mit dem bestandenen Quali fest anmelden, da sind wohl die meisten Ausbildungsstellen schon vergeben. "Aber wir lassen niemanden auf der Straße stehen", beruhigte Schulleiterin Hörath. Sollte keine Vorbereitungsklasse zustande kommen, erhielten alle angemeldeten Schüler die Option, die traditionelle M10 zu besuchen.

Damit das Programm "9 plus 2", oder, wie es inzwischen in Bayern genannt wird, "Vorbereitungsklasse 1 und 2" starten kann, wird Konrektor Bernd Fritsch in den nächsten Wochen alle Mittelschulen im Landkreis besuchen, um dafür zu werben. "Ich bin der Ansicht, dass das Programm unseren Schulverbund und den Standort bereichert und stärkt", sagte Bürgermeister Robert Bosch, "und ich danke der Schule für die Bereitschaft, neue Wege zu gehen."

Anmeldung Schüler, die Interesse haben, an der Mittelschule Mainleus nach dem Quali in zwei Jahren zum mittleren Bildungsabschluss zu kommen, müssen sich bis zum 1. März mit einem Antrag und einer Kopie ihres Zwischenzeugnisses vorläufig anmelden. Die endgültige und verbindliche Anmeldung erfolgt bis zum 24. Juli mit einer Kopie des Quali-Zeugnisses. Informationen und Unterlagen sind in der Mittelschule Mainleus erhältlich, beziehungsweise erhalten interessierte Schüler im Rahmen der bevorstehenden Vorträge an ihren jeweiligen Schulen.