Eine zufriedenstellende Bilanz zogen die Redner bei der Jahreshauptversammlung des Frankenwald-Tourismus-Service-Centers. Im Vordergrund stehe im Frankenwald nach wie vor das Wandern, steigende Zahlen weise aber auch der Städtetourismus auf. Erstellt sei ein neuer Tourismusleitfaden Frankenwald.

"Rund 436 Millionen gewerbliche Übernachtungen wurden 2015 in Deutschland gezählt und Bayern bleibt mit 88 Millionen der große Gewinner", betonte der Tourismus-Vorsitzende und Kronacher Landrat Oswald Marr in seinen ersten Worten. Die Menschen ziehe es aus den Ballungsräumen hinein in die Natur und etwas ruhigere Gegenden. Diese Regionen müssten sich aber immer mehr strecken, um den heutigen Anforderungen der Gäste gerecht zu werden. Im Frankenwald setzte man daher für die Zukunft auch ein hohes Maß an Qualität, ehrlichen Service und vielleicht die ein oder andere Bemühung mehr für den Gast als anderswo, sagte Marr.


Der Frankenwald verzeichnete einen Zuwachs bei den Gästeankünften von einem Prozent, es wurden rund 238 300 Anreisende gemeldet. Weiter sinkend sei die Aufenthaltsdauer. Deutliche Zuwachsraten verzeichne seit einigen Jahren die Stadt Hof, aber auch Kulmbach und Kronach könnten steigende Zahlen gegenüber dem Vorjahr melden. Waren es vor drei Jahren noch 6000 gewerbliche Betten im Frankenwald, sind es aktuell nur 5400.



Alleinstellungsmerkmal

Ein zentrales Projekt, die Zertifizierung des Frankenwalds als Qualitätsregion "Wanderbares Deutschland", wurde im September 2015 erfolgreich abgeschlossen. Der Frankenwald sei Bayerns erste und bundesweit die zweite Region die dieses Zertifikat erhalten habe. "Und diesen Wandertrumpf müssen wir in den nächsten Jahren massiv und gemeinsam ausspielen. Wir müssen diesen Wettbewerbsvorteil als einzige Region in Bayern jetzt nutzen, denn kein Allgäu, kein Oberbayern oder kein Bayerischer Wald haben diesen Titel bisher bekommen."

Kritisch wurde das Tourismuskonzept des Frankenwalds von 2000 hinterfragt und 2015 im Tourismusleitfaden Frankenwald neu zusammengefasst. In Workshops entwickelt, soll der neue Leitfaden in den nächsten fünf bis sieben Jahren umgesetzt werden. Die wesentlichen Bestandteile seien das strategische Leitbild sowie ein konkreter Maßnahmenplan, aufgegliedert in die Bereiche Infrastruktur, Qualität und Service, Produktgestaltung, Kommunikation und Vertrieb sowie Organisation und Innenmarketing, teilte Marr mit. Die drei Partner Frankenwald, Frankenwaldverein und Naturpark Franken hätten an der Umsetzung gearbeitet und sich auf den Regionsnamen Frankenwald geeinigt.

In einem weiteren Schritt hat man sich zudem auf das gemeinsame Kernthema Wandern verständigt und der Schriftzug "Wandern im Frankenwald" werde bei den Einstiegspunkten, in den Tourist-Informationen, den Wandergastgebern, auf den Wanderbroschüren und der Homepage verwendet.


Steigerung erwartet

Der Frankenwald, sagte Geschäftsführer Markus Franz, sein nun bei der Kooperation Best of Wandern dabei, wovon sich Franz eine weitere Steigerung der Gästezahlen verspricht. Er riet auch dazu, das Testcenter in Steinwiesen zu nutzen, wo man kostenlos Wanderausrüstung ausleihen könne. Nach wie vor liege der Bekanntheitsgrad des Frankenwalds als Reiseziel nur bei 46 Prozent. Franz freute sich, dass das BR-Fernsehen mit der Ausstrahlung mehrerer Reportagen den Sympathiewert des Frankenwald sehr gefördert habe.