Mit der Verkehrssituation der Nachbarstadt Bad Berneck befasste sich vor kurzem nicht nur der Petitionsausschuss für Wohnen, Bauen und Verkehr des Bayerischen Landtages. Das Abfahrtsverbot für Lastkraftwagen ab 7,5 Tonnen bei Staus auf der Autobahn war auch in der letzten Sitzung des Marktgemeinderates Marktschorgast ein Thema. Zweite Bürgermeisterin Monika Müller (CSU) informierte das Gremium darüber, dass sie bei dem Ortstermin klar zu verstehen gegeben habe, dass dieses Abfahrtsverbot für Lastkraftwagen ab 7,5 Tonnen den Markt Marktschorgast mit dem derzeit entstehenden Gewerbegebiet unmittelbar an der Autobahnausfahrt massiv treffen würde.Dem könne Marktschorgast nicht zustimmen.

Wie Monika Müller berichtete, hatte Udo Sauerstein im Auftrag der SPD-Stadtratsfraktion für dieses Abfahrtsverbot bereits im letzten Jahr eine Petition an den Landtag gerichtet. Als konkrete Lösungsmöglichkeit für die in der Petition geschilderte Problematik soll für den in Fahrtrichtung Nürnberg fahrenden Verkehr bei Stauereignissen an der Autobahnausfahrt Marktschorgast mit einer Beschilderung auf das bestehende Verkehrsverbot für Lkw ab 7,5 Tonnen in Bad Berneck hingewiesen werden. Auch im Einmündungsbereich der Anschlussstellenrampe an der Kreisstraße BT 49/KU 2 soll ein nochmaliger Hinweis auf das Lkw-Durchfahrtsverbot aufgestellt werden. Die Maßnahmen sollen insbesondere dazu beitragen, Verkehrsunfälle zu verhindern und Behinderungen und Belästigungen im Straßenverkehr sowie sonstige vom Straßenverkehr ausgehende schädliche Auswirkungen auf die Umwelt, so weit wie möglich, zu verhüten.

Keine Wendemöglichkeit

Die Polizei machte allerdings deutlich, dass eine lückenlose Verkehrsüberwachung weder möglich noch wünschenswert ist. Die Problematik besteht darin, wenn sich ein Schwerverkehrsfahrzeug erst einmal auf der Kreisstraßen BT 48 befindet, dann muss es zwangsläufig durch die Stadt Bad Berneck fahren, da es keine Wendemöglichkeit gibt. Die für die A 9 zuständige Niederlassung Nordbayern der Autobahn GmbH gab zu verstehen, dass eine Sperrung der Abfahrt an der AS Marktschorgast ein absolut unverhältnismäßiges Mittel sei, um an einem mehrere Kilometer weit entfernten Ort ein Fahrverbot durchzusetzen. Selbst bei zeitlicher Begrenzung auf die Zeitspannen eines Stauereignisses, das zu definieren und zu detektieren wäre, wären regelmäßig unbeteiligte Verkehrsteilnehmer betroffen. Mit einem Fahrverbot an der Anschlussstelle würden alle Lkw ab 7,5 t auf der Autobahn festgehalten, auch die, die gar nicht nach Bad Berneck, sondern nach Marktschorgast fahren wollen. Aufgrund der fehlenden Rechtsgrundlage in der StVO lehnt die Autobahn GmbH den Vorschlag ab.

Bürgermeister Marc Benker (CSU) gab mit Blick auf das neue Gewerbegebiet klar zu verstehen: "Für uns ist es wichtig, dass es an der Anschlussstelle keine Abfahrverbot für die Lkws geben kann, denn wir haben mit unserem Gewerbegebiet eine optimale Anbindung an die Autobahn. Wir wollen, dass wir für dieses Problem in guter Nachbarschaft mit Bad Berneck eine Lösung finden. Wir wollen die Bad Bernecker nicht im Regen stehen lassen. Wir wollen über die Beschilderung versuchen, eine Verbesserung erreichen. Bei Stauereignissen haben wir in Marktschorgast die gleiche Situation wie Berneck am Mittleren Tor. Da wird es auch bei uns mit den Verkehrsverhältnissen schwierig und in der Folge auch in Wirsberg mit der Engstelle beim Rathaus. Hier halte ich eine Längenbegrenzung für Lkws für sinnvoll."

Petition wird erneut beraten

Wie MdL Inge Aures auf Anfrage mitteilte, wird der Ausschuss für Bauen, Wohnen und Verkehr am morgigen Dienstag über die Petition der SPD-Stadtratsfraktion erneut beraten: "Ich habe gemeinsam mit Jürgen Baumgärtner MdL aus Kronach vorgeschlagen, die Regierung von Oberfranken mit der Planung einer Lösung zu beauftragen. Dies soll bis zum Sommer erfolgen. Da die Tagesordnung der Sitzung randvoll ist, hoffe ich, dass der Punkt von uns noch aufgerufen werden kann. Die nächste Sitzung unseres Ausschusses ist erst nach den Osterferien."