Der Mainleuser Gemeinderat geht jetzt auf Nummer sicher: Vor der Sitzung am Montagabend wurde in der Aula der Schule erstmals ein Corona-Schnelltest den Kommunalpolitikern und den Besuchern angeboten.

"Die Idee ist entstanden, weil wir ja permanent Sitzungen haben und auf den hohen Inzidenzwert reagieren wollten", erklärt Bürgermeister Robert Bosch (CSU) den Hintergrund. Dass ein Spucktest eingesetzt wird, begründet er mit der höheren Akzeptanz im Vergleich zu den herkömmlichen Untersuchungen. "Das ist eine viel niedrigere Barriere, als eine Probenentnahme aus Nase oder Rachen", so Bosch.

Der Ablauf war denkbar einfach: Die Gemeinderäte und Sitzungsbesucher konnten freiwillig eine Speichelprobe in eine Papptüte geben. Davon wurde mit einer Pipette etwas entnommen, mit einer speziellen Flüssigkeit vermischt und auf einen Streifen getropft. Zehn bis 15 Minuten dauerte es, bis das Resultat vorlag. Damit genug Zeit vor der Sitzung war, die um 19 Uhr begann, wurden die Testmöglichkeiten bereits ab 18 Uhr zur Verfügung gestellt.

"Im Falle eines positiven Ergebnisses sollte jeder die Konsequenzen ziehen, nicht an der Sitzung teilnehmen und sich umgehend offiziell testen lassen", erklärte Bosch, der dann zu Beginn der Sitzung bekanntgab, dass die Verwaltungsmitglieder und Gemeinderäte sowie alle Besucher, die sich testen ließen, ein negatives Ergebnis hatten.

Dass die Tests funktionieren, das versichert Apotheker Claus Frank von der Mainleuser Franken-Apotheke, von der der Markt die Schnelltests bezogen hat. Die Handhabung sei auch für Laien machbar und nicht sonderlich problematisch, sagt er. Auch er bestätigt die niedrigere Hemmschwelle gegenüber einer Probenentnahme aus Rachen oder Nase, was viele als unangenehm empfinden würden. Die Nachfrage nach Schnelltest sei hoch, "das hätte ich nicht gedacht", so Claus Frank. Die Anzeige des Ergebnisses sei vergleichbar mit der eines Schwangerschaftstests, erläutert der Apotheker weiter. Streifen würden anzeigen, ob der Proband Corona-positiv oder -negativ ist.

Durchgeführt wurden die Tests von Mitarbeitern der Verwaltung. Die Teststation war in der Aula der Schule eingerichtet, über die zugleich der Zugang zur Sitzung erfolgte. Wie der Leiter der Hauptverwaltung des Marktes, Ronny Thater, erklärte, hat die Gemeinde insgesamt 350 dieser Spucktests bestellt. Der Stückpreis beträgt sechs Euro. Für die Anschaffung von Tests habe der Markt zusätzlich 4800 Euro in den gemeindlichen Haushalt eingestellt.

Wie fanden die Gemeinderäte das Angebot vor der Sitzung? Detlef Weißmann (SPD) sagte: "Ich finde das gut. Das muss in der jetzigen Zeit sein." Weißmann hat schon mehrere Tests hinter sich, ebenso wie Hannelore Lindner (FW). "Ich besuche meine Mutti regelmäßig im Heim", erklärt sie den Hintergrund. Inzwischen würden auch vor anderen Versammlungen Tests durchgeführt. "Ich schätze, das wird sich durchsetzen."

Als Arzt in Rente spricht Otto Zitzelsberger (FDP) mit Blick auf den Spucktest von einer "interessanten Innovation". Zitzelsberger hilft noch am Impfzentrum Kulmbach mit, für ihn bietet der Schnelltest bei einem negativen Ergebnis "ein Stück Sicherheit". Bei einem positiven Resultat wisse man, "dass etwas im Busch ist" und sollte sich dann offiziell testen lassen.

Für Dieter Pöhlmann (CSU) ist das Angebot eine "super Sache". Natürlich würde er bei einem positiven Ergebnis sofort die Konsequenzen ziehen, sich in Quarantäne begeben, Kontaktpersonen benennen und hoffen, dass das Virus keine Auswirkungen habe, sagt der 56-Jährige, der sich so schnell es geht impfen lassen will.

Brigitte Lauterbach (ABL) hat den Spucktest am Abend nicht mitgemacht, weil sie bereits unmittelbar vor der Kreistagssitzung, die Montagnachmittag stattfand, getestet wurde. Das Angebot findet sie dringend notwendig, weil man damit halbwegs sicher sagen könne, dass die Teilnehmer nicht ansteckend sind. Masken und Abstand würden zusätzlich Sicherheit bieten.