Alltag ist noch lange nicht eingekehrt, doch in der Corona-Krise freut man sich über jede kleine Erleichterung. Weil der Inzidenzwert im Landkreis Kulmbach auf 217,98 gesunken ist, wird die am 10. Januar erlassene Allgemeinbeschränkung in einem Punkt aufgehoben. Die Folge: Ab Samstag darf man sich wieder mit einer Person aus einem anderen Hausstand treffen, auch Sport an der frischen Luft mit einer nicht zum eigenen Hausstand gehörenden Person treiben.

Die anderen Bestimmungen der Allgemeinverfügung vom 10. Januar bleiben bestehen, wie das Landratsamt mitteilt. Die Allgemeinverfügung steht auf der Homepage des Landratsamtes www.landkreis-kulmbach.de

Ein weiterer Toter

Zum allgemeinen Stand teilt das Landratsamt mit, dass bis Freitag 34 weitere positive Coronavirus-Fälle im Landkreis Kulmbach bestätigt wurden. Leider ist auch die Zahl der im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion stehenden Todesfälle im Landkreis um eine Person auf 63 angestiegen. Unter Berücksichtigung der Verstorbenen liegt die Anzahl der aktuell im Landkreis infizierten Personen bei 397. Der 7-Tage-Inzidenz-Wert, der vor kurzem noch bei weit über 300 war, liegt jetzt bei 217,98.

45 Patienten im Klinikum

Im Klinikum werden 45 Infizierte stationär betreut, davon kommen neun nicht aus dem Landkreis. Sechs Patienten befinden sich auf der Intensivstation. In Quarantäne befinden sich 742 Menschen. Insgesamt wurden bis dato 1787 Corona-Fälle registriert. 63 Menschen sind gestorben.

In den Teststrecken der Abstrichstelle des Landkreises und durch mobile Reihentestungen wurden seit Anfang der Woche bis einschließlich Donnerstag 325 Testungen durchgeführt.

"Wir können gegenüber der letzte Woche eine deutliche Verbesserung feststellen. Allerdings müssen wir leider feststellen, dass wir nach wie vor weitere positive Corona-Fälle in unserem Landkreis hinzubekommen haben", sagte Landrat Klaus Peter Söllner am Freitagnachmittag bei einem Pressegespräch. Ihm und den Mitarbeitern des Krisenstabes war trotzdem ein leichtes Aufatmen anzumerken.

Landrat Klaus Peter Söllner würdigte besonders den Einsatz der Bundeswehr vom Sanitätsregiment Feldkirchen und Veitshöchheim mit insgesamt 54 Soldaten in den Seniorenheimen "Am Rasen", der Brenkstraße und in Wirsberg zu bewältigen. Oberstarzt Tobias Gamberger, Chef des Sanitätsregiments Feldkirchenbetonte: "Mit diesem Einsatz kann es gelingen, die Heime wieder in den Stand zu setzen, dass sie wieder mit dem eigenen Personal den Regelbetrieb durchführen können. Der Regelbetrieb wäre ohne den Einsatz der Bundeswehr nicht mehr gewährleistet gewesen."

Neuerdings ist eine weitere Zahl in den Vordergrund gerückt: die Impfquote. Landrat Söllner sprach von einem top ausgerüsteten Impfzentrum: "Wir haben höchst profilierte Leute, die sicherlich noch mehr impfen könnten." Mit den bisher 1868 Impfungen sei im Landkreis eine Impfquote von 2,6 erreicht. "Wir sind am Anfang,  aber die Quote ist durchaus beachtlich."

Großen Dank für "hervorragende Arbeit" sprach Söllner dem Führungsstab, dem Gesundheitsamt sowie den Katastrophenschützern aus. Söllner bedauerte gleichzeitig "unangemessene Kommentare" in den sozialen Medien.

Marcel Hocquel berichtete über das Impfzentrum. "Wir hoffen, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, wo wir wirklich toujours durcharbeiten können", hofft dazu Landrat Söllner.

Regierungsdirektor Oliver Hempfling entschuldigte sich, falls er mit seiner Wortwahl zu einem Statement in der Presse "irgendjemanden zu nahe getreten "sei.

Infizierte (Stand 14.1.)

Grafengehaig 4 Harsdorf 2 Himmelkron 13 Kasendorf 9 Ködnitz 6 Kulmbach 158 Kupferberg 5 Ludwigschorgast 6 Mainleus 40 Marktleugast 7 Marktschorgast 6 Neudrossenfeld 14 Neuenmarkt 16 Presseck 4 Rugendorf 3 Stadtsteinach 11 Thurnau 17 Untersteinach 12 Wirsberg 51 Wonsees 10