Eine Gruppe Betrüger versuchte am Montag, 2. August 2021, über mehrere Stunden hinweg eine 60-Jährige aus dem Landkreis Kulmbach zu überreden, Geld an einen Kurier zu übergeben. Wie das Polizeipräsidium Oberfranken in einer Mitteilung erklärt, klinge das Telefon der Frau zum ersten Mal gegen 11.30 Uhr.

Am anderen Ende der Leitung erklärten abwechselnd ein falscher Polizist und ein falscher Staatsanwalt, dass der Enkel der Frau einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe und sie deswegen 20.000 Euro an einen Kurier übergeben müsse. Die 60-Jährige informierte daraufhin umgehend zusammen mit ihrem Bruder die Polizei.

Polizisten nehmen Komplizen fest - Ermittlungen laufen

Als dann gegen 15 Uhr ein 45-jähriger Mann an der Wohnungstür der 60-Jährigen klingelte, konnten die Polizisten diesen vorläufig festnehmen. 
Die Staatsanwaltschaft Bayreuth und die Kriminalpolizei Bayreuth haben die Ermittlungen aufgenommen, und versuchen die Identität des Komplizen festzustellen. 

Weniger glimpflich ging bislang ein identischer Betrugsversuch am vergangenen Freitag, 30. Juli 2021, aus. Ebenfalls Unbekannte behaupteten bei dem Telefonbetrug in Grafengehaig, dass die Tochter des Ehepaars aus dem Landkreis Kulmbach einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe.

Die Täter, die sich als Polizeibeamte aus Münchberg ausgaben, forderten einen mittleren fünfstelligen Geldbetrag. Den Tätern gelang es schließlich, die Frau zu überreden, das Geld zu bezahlen. Gegen 14.30 Uhr übergab die Frau an einem Brunnen am Marktplatz in Grafgehaig den geforderten Betrag an einen Mann. Die Kriminalpolizei Bayreuth hat auch in diesem Fall die Ermittlungen aufgenommen und sucht Zeugen.

Der Abholer wird wie folgt beschrieben:

  • etwa 40 Jahre alt
  • 170 Zentimeter groß und schlank
  • südländische Erscheinung
  • glatte, normal lange Haare
  • bekleidet mit einem weißen Hemd, dunkler Hose, trug eine Sonnenbrille

Personen, die am Freitagnachmittag in Grafgehaig den beschriebenen Mann und/oder verdächtige Fahrzeuge beobachten konnten, werden gebeten, sich bei der Kripo Bayreuth unter der Telefonnummer 0921/506-0 zu melden.

Die Oberfränkische Polizei warnt vor weiteren Betrugsversuchen der Täter:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben und Geldforderungen stellen.
  • Rufen Sie bei Enkel/Neffe/Nichte an und vergewissern Sie sich, ob diese(r) tatsächlich angerufen hat und Geld benötigt.
  • Geben Sie keine Auskunft über Ihre familiären oder finanziellen Verhältnisse.
  • Lassen Sie sich zeitlich und emotional nicht unter Druck setzen.
  • Stellen Sie dem Anrufer gezielt Fragen nach seinem familiären Umfeld, z.B. nach dem Namen der Mutter oder dem Wohnort und bestehen Sie auf die Beantwortung.
  • Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen mit anderen Familienangehörigen Rücksprache.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen – auch nicht, wenn sie angeblich im Auftrag von Verwandten/Bekannten handeln.
  • Informieren Sie Verwandte, Bekannte und Kunden über die Betrugsform. Hilfreiche Hinweise sind im Anhang aufgeführt.
  • Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt – Notruf: 110.