Eigentlich müsste die Wahl für einen neuen Kupferberger Bürgermeister noch vor Jahreswechsel stattfinden. Denn die Regelfrist für die Neuwahlen beträgt drei Monate. Und die läuft nach dem Tod von Hans-Joachim Hösch Mitte September kurz vor dem Weihnachtsfest ab.

Auf Antrag der Kommunalverwaltung und im Hinblick auf die Advents- und Weihnachtszeit hat Landrat Klaus Peter Söllner (Freie Wähler) als Chef der Rechtsaufsichtsbehörde beim Landratsamt Kulmbach nun einem späteren Wahltermin und einer Ausnahme von der gesetzlichen Soll-Bestimmung zugestimmt. Das hat Thomas Weber, Abteilungsleiter Kommunales beim Landratsamt Kulmbach, bestätigt. Damit bleibt die stade Zeit wohl weitgehend frei von politischer Wahlwerbung. Außerdem von Nachteil: Eine möglicherweise notwendige Stichwahl wäre genau in den Zeitraum zwischen Weihnachten und Silvester gefallen...

Die Kupferberger werden am Sonntag, 17.
Januar, darüber entscheiden, wer die Nachfolge von Hans-Joachim Hösch antritt, der im Alter von nur 64 Jahren einer heimtückischen Krankheit erlegen war.


Die Kandidatenfrage

Wer sich um das Amt bewerben und ob es mehrere Kandidaten geben wird, ist erwartungsgemäß bislang in der Bergstadt noch unklar.

Der CSU-Ortsverband Kupferberg, für den Hans-Joachim Hösch 2014 gegen Alexander Roth von den Unabhängigen Kupferberger Wählern mit knappem Vorsprung erfolgreich aus dem Rennen gegangen war, hält sich derzeit noch bedeckt. Vorsitzender Andreas Kaspar betonte, dass die CSU "im Laufe der nächsten Woche zu einer internen Besprechung" zusammenkommen und das Thema dann detailliert erörtern wird. Mehr wollte er dazu momentan nicht sagen.

Und die UKW, die mit dem stellvertretenden Bürgermeister Alfred Kolenda momentan das amtierende Stadtoberhaupt stellt? Die Unabhängigen haben in der Mitgliederversammlung in der vergangenen Woche Kolenda als ihren Wunschkandidaten bezeichnet, zumal er als ehemaliger Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Trebgast sowie als langjähriger Stadtrat und derzeit amtierender Bürgermeister große kommunalpolitische Erfahrung mit sich bringe.

Wie sich der 65-Jährige selbst zu einer möglichen Kandidatur stellt, ist offen. Alfred Kolenda befindet sich in dieser Woche in Urlaub.

Auch bei den Sozialdemokraten "sind noch Beratungen notwendig. Sie werden voraussichtlich erst nach dem Kirchweihtanz am 17. Oktober stattfinden, in den wir stark eingebunden sind", betont SPD-Ortsvereinsvorsitzender Volker Matysiak. "Festlegungen zur Kandidatur sind noch nicht getroffen", sagt er


Nur für viereinhalb Jahre

Fest steht indes, dass der neue Kupferberger Bürgermeister - wie auch immer er heißen mag - nicht für eine komplette Amtszeit von sechs Jahren gewählt ist, sondern lediglich für die Zeit bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode 2020, also für rund viereinhalb Jahre. Das sei bei ehrenamtlichen Bürgermeistern so festgelegt, so Landratsamtsjurist Weber.

Anders verhält sich die Sachlage bei hauptberuflichen Bürgermeistern: Sie werden in der Regel für ein komplette Amtszeit gewählt, so dass - wie im Fall Mainleus - zwei zeitlich versetzte Wahlgänge für die Gemeinderats- und die Bürgermeisterwahl notwendig werden. In Kulmbach wurde der Wahltakt wieder hergestellt, indem das Stadtoberhaupt Henry Schramm 2014 auf acht und nicht nur sechs Jahre gewählt wurde.


Bis Ende November einreichen

Die Modalitäten im Vorfeld der Wahl sind per Gesetz sind klar geregelt. Wie der Leiter der Verwaltungsgemeinschaft Untersteinach, Martin Betz, erläutert, müssen die Wahlvorschläge bis Ende November bei der Verwaltung eingereicht sein, damit sie Gültigkeit haben. "Taggenaue Fristen", so der Geschäftsführer, werden den Kupferberger Parteien und Gruppierungen noch rechtzeitig bekanntgegeben.