So mancher Einheimischer aus der kleinen Bergbaustadt Kupferberg hat sich in den vergangenen Wochen vermutlich gefragt, welche Baumaßnahme am Pfarrteich vor sich geht. So wurde der Teich abgelassen, die Fische und Krebse wurden vorübergehend umgesetzt. Anschließend wurden durch den kommunalen Bauhof - mit Leiter Markus Ott und seinen Mitarbeitern Udo Jakobi und Markus Ittner - hunderte Meter Kunststoffrohr fachgerecht in einem Kiesbett verlegt.

Hintergrund der Aktion ist die neue Heizungsanlage für das in unmittelbarer Nähe befindliche Gebäude des städtischen Bauhofs. Dieser wird in Zukunft mit einer modernen, umweltfreundlichen Wärmepumpenanlage beheizt. Die Energie dafür wird aus dem Pfarrteich entnommen.

Die Kunststoffrohre, in denen ein umweltfreundliches Wasser-/Frostschutzgemisch zirkuliert, dienen als sogenannter Wärmetauscher und übertragen die Energie zur Wärmepumpe. Die Wärmepumpe hebt die Temperatur anschließend auf das erforderliche Heizniveau an.

"Im Gebäude sind eine Fußbodenheizung und Niedertemperaturkonvektoren verbaut. Die Durschnitts-Temperatur des Teich-Wassers beträgt acht bis 14 Grad. Somit ist gewährleistet, dass das Gesamtsystem äußerst effizient arbeitet", erklärt der Stadtrat Harald Will, der Inhaber der gleichnamigen Kupferberger Firma für Wärmetechnik ist.

"Wir haben uns zum Ziel gesetzt, nach und nach alle städtischen und öffentlichen Gebäude energetisch zu optimieren. Durch die Maßnahme am Pfarrteich sparen wir nicht nur Heizkosten in Höhe von rund 1000 Euro pro Jahr, sondern unterstützen dadurch auch die Klimaziele der Bundesregierung, in dem wir den C0 2 -Austoß um zirka sechs Tonnen pro Jahr für das Bauhofgebäude senken", bilanziert stellvertretender Bürgermeister Werner Stapf.

In mehreren Sitzungen hatte sich der Stadtrat und Bauausschuss mit der neuen Heizungsanlage auseinandergesetzt. Die Genehmigung erfolgte zügig, nachdem das zukunftsweisende Projekt durch die Stadträte Bernd Stocker, Harald Will und Werner Stapf dem Landratsamt sowie dem Wasserwirtschaftsamt vorgestellt wurde.

Bürgermeister Alfred Kolenda lobte die intensive und sachliche Zusammenarbeit über alle Fraktionsgrenzen hinweg und sagte: "Im zurückliegenden Jahr haben wir uns intensiv mit Umweltprojekten auseinander gesetzt. Wir als Stadt haben eine Vorbildfunktion und Verpflichtung gegenüber unseren Kindern, C0 2 einzusparen, wo es möglich ist. Der vor kurzem genehmigte Solarpark, mit dem wir uns über ein Jahr auseinander gesetzt haben und das Projekt am Pfarrteich beweisen, dass man vor Ort einiges bewegen kann", resümiert Kolenda.