Die Kulmbacher Wasserwacht stellte bei ihrer 70-Jahr-Feier im Freibad ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis.
Vor 70 Jahren hatte Paul Hertel die Wasserwacht-Ortsgruppe Kulmbach gegründet, 19 Personen waren damals zur Gründungsversammlung anwesend. Seither hat die Wasserwacht viele Neuerungen und Wandlungen durchgemacht, Höhen und auch Tiefen durchschritten, und steht im Jubiläumsjahr mit 276 Mitgliedern und 22 Aktiven wieder sehr gut da.
Es ist schwer, Nachwuchs zu finden
"Im Vergleich zu früher ist aber vieles anspruchsvoller und umfangreicher geworden", sagte Vorsitzender Gerhard Spindler, und es sei schwer, noch junge Leute für eine Rettungsschwimmerausbildung zu gewinnen. Hätten früher noch etwa 15 bis 20 Personen an einem Rettungsschwimmerlehrgang teilgenommen, könne man heute froh sein, fünf bis sechs Interessierte zu finden.
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"Und dennoch konnten wir unsere Jugendgruppe in den zurückliegenden Jahren von vier auf 45 Mitglieder steigern", sagte Gerhard Spindler mit Stolz. Auch OB Henry Schramm zeigte sich beeindruckt von diesen Zahlen und vom ehrenamtlichen Engagement der Wasserwachtler. "Diese Jugendlichen sind nämlich nicht diejenigen, mit denen wir irgendwann Ärger am Zob haben, denn sie leisten ihren Dienst an der Gemeinschaft", betonte der Oberbürgermeister. "Etwa 20 Prozent der Kinder können heute nicht mehr schwimmen", kritisierte er. Da seien die Eltern gefordert, ihre Kinder in die Lehrgänge zu schicken.
Die richtige Adresse
Dafür ist die Wasserwacht mit ihren vielen Schwimmkursen, Schnorchel- und Tauchabzeichen die richtige Adresse.
Auch zum 70-jährigen Bestehen, das im Kulmbacher Freibad gefeiert wurde, konnten die zahlreichen Besucher bei bestem Wetter einen Einblick in die Angebote der Ortsgruppe erhalten.
So bot die Jugendgruppe Schlauchbootfahrten auf dem Main an, Interessierte konnten sich mit vollem Atemgerät zum Schnuppertauchen unter Wasser begeben, Einsatz- und Materialfahrzeuge konnten besichtigt werden, und es gab eine Rettungsvorführung.
Wie bedeutsam die Jugendarbeit ist, betonte stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann, "denn kein Unternehmen, kein Verein hat eine Zukunft, wenn er sich nicht um die Jugend kümmert". Die Wasserwacht schaffe Werte und lehre Werte fürs Leben, lobte er die Arbeit der Aktiven.
Arbeit ist unbezahlbar
Und die Vizepräsidentin des Bayerischen Landtags, Inge Aures, selbst seit 25 Jahren Mitglied der Ortsgruppe, ergänzte, wie wichtig das Engagement der Rettungsorganisationen sei, ohne die die Bäder überhaupt nicht betrieben werden könnten. "Das wäre nämlich alles unbezahlbar."
Selbst nahm sie am Sonntag eine Urkunde für ihre langjährige Mitgliedschaft entgegen, und sie war nicht die einzige, die anlässlich der Veranstaltung geehrt wurde. Wolfgang Türk wurde gar für 50 Jahre Treue ausgezeichnet, und Hartmut Just bekam die staatliche Ehrung für 40 Jahre aktiven Dienst. Eine besondere Ehrung erhielt Bernd Schmidt in Form der goldenen Nadel des BRK.