Mehr als zehn Jahre lang stand er vor der Stadthalle und hatte ein wachsames Auge auf das Geschehen in der Sutte und auf dem Zentralparkplatz. Dann verschwand er. Ob er jemals zurückkehren wird? Das steht in den Sternen, den Buddy-Bär wurde geklaut.

Im Jahr 2005 war Buddy-Bär, eine zwei Meter hohe Kunststoff-Skulptur, aus Berlin nach Kulmbach umgezogen. Der Bär war dort im Rahmen einer Kunstaktion geschaffen worden (siehe Infobox). Ein Jahr lang hatte er im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf gestanden.

Geschenk aus Wilmersdorf

Dann löste Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen ein Versprechen ein: Der Bär zog an Bord eines Lastwagens der Kulmbacher Brauerei nach Kulmbach um und fand dort vor der Stadthalle eine neue Heimat.

Auch in schwierigen Zeiten streckte er dort optimistisch die Pfoten in den Himmel über der Stadt. Auf seinem dicken weißen Bauch prangte ein Bild der Plassenburg, um das sich geschwungene Linien in den Stadtfarben rankten.

Als im Rahmen der Bauarbeiten an der Tiefgarage und dem Eku-Platz auch in der Sutte die Straße weiträumig aufgegraben werden musste, musste Buddy-Bär umziehen. Sein Ausweichquartier: Ein Gelände am Stadtrand, das der städtische Bauhof als Lagerplatz nutzt. Von dort verschwand er eines Tages. Wohin? Das ist bis heute ein Rätsel.

Zwei Jahre ist das mittlerweile her. Die Stadt hat, wie Pressesprecher Jonas Gleich berichtet, im August 2018 Anzeige bei der Polizei erstattet. "Nach wenigen Wochen wurde das Ermittlungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft Bayreuth aber eingestellt. Seit dem haben wir nichts mehr von dem Buddy-Bär gehört."

In letzter Zeit allerdings mehrten sich die Stimmen von Kulmbachern, die nachfragten: Wo der Bär geblieben sei? Auch in der Redaktion der Bayerischen Rundschau gab es eine solche Anfrage - Anlass für uns, nachzuforschen.

Auch bei Jörg Naumann, ohne den Buddy-Bär vermutlich gar nicht nach Kulmbach gekommen wäre. Naumann ist gebürtiger Berliner. Wilmersdorfer, um genau zu sein. Der Bär war ein Geschenk des Gründers der Firma Jöna an seine neue Heimat. Naumann hatte seinerzeit dem jungen Berliner Künstler Hendrik Czakainski den Auftrag erteilt, den Buddy-Bären zu gestalten.

Belohnung ausgelobt

Er hat großes Interesse daran, dass die Figur wieder ihren Platz vor der Stadthalle einnimmt. Nach den Bauarbeiten wird das zwar nicht an der angestammten Stelle möglich sein. Aber im Rosengarten auf Höhe des großen Kreisels wäre der Bär wohl ebenfalls gut aufgehoben.

Naumann stellt deshalb öffentlich die Frage: "Wer weiß, wo Buddy-Bär steckt?" Für sachdienliche Hinweise hat er 1000 Euro Belohnung ausgelobt.