Jetzt geht's los: An der Flutmulde haben die Arbeiten für das wohl größte Bauprojekt begonnen, das in den nächsten Jahren im Stadtgebiet über die Bühne gehen wird.

Zwischen der Berliner Brücke und der Priemershofer Brücke soll die Flutmulde in den nächsten Jahren ein völlig neues Gesicht erhalten. Zweck der Maßnahme: ein verbesserter Schutz der anliegenden Wohngebieten auch vor starkem Hochwasser. Den wünschen sich insbesondere die Anwohner am Ängerlein schon lange. Mehrfach mussten sie in den letzten Jahren bangen, ob der Deich den Wassermassen standhalten würde.

Baustellenstraßen entstehen

Bis das Wasserwirtschaftsamt, das federführend ist bei dieser Baumaßnahme, mit dem Einbau gewaltiger Spundwände in den nördlichen Deich zwischen Berliner Brücke und Pörbitscher Weg beginnen wird, wird freilich noch
einige Zeit vergehen. Zunächst einmal muss dafür gesorgt werden, dass auf der Baustelle überhaupt vernünftig gearbeitet werden kann. Zu diesem Zweck werden so genannte Baustellenstraßen eingerichtet, über die auch schwere Fahrzeuge auf die Baustelle gelangen. Eine der Behelfszufahrten entsteht am Pörbitscher Weg, die andere beim Priemershof. Um diese Vorarbeiten auszuführen, sind bereits Baufahrzeuge angerückt.

Zu den vorbereitenden Maßnahmen zählen auch Abholzungsarbeiten insbesondere am südlichen Damm zwischen Berliner Brücke und Pörbitscher Weg. Dieser Damm wird entfernt, so dass die Flutmulde dort künftig mehr Wasser aufnehmen kann. Der Wasserstand soll künftig nicht mehr so dramatisch ansteigen wie zuletzt im Jahr 2006. Wenn alles nach Plan läuft, soll noch in diesem Jahr mit der Ertüchtigung des Damms auf der Seite zum Ängerlein begonnen werden. Zeitgleich entsteht westlich der Pörbitscher Brücke ein Schöpfwerk, das verhindern soll, dass bei Starkregen Grundwasser von unten in die Keller drückt.

Im nächsten Jahr will das Wasserwirtschaftsamt dann mit der Umgestaltung der Pörbitscher Au beginnen. Statt in einem Betonbett soll dort der Main bei Niedrigwasser frei fließen. Aus der bislang eher tristen Wiesenlandschaft soll ein attraktives Naherholungsgebiet für die Blaicher und Pörbitscher werden - solange dort kein Hochwasser fließt.

Rund zwölf Millionen Euro soll der Ausbau der Flutmulde insgesamt kosten. Dank vieler Zuschüsse beläuft sich der Eigenanteil der Stadt auf lediglich 365.000 Euro.