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Kulmbacher Brauerei reagiert auf anhaltenden Trend - "neue Realtität"


Autor: Julian Drescher, Anton Knorr

Kulmbach, Freitag, 29. Mai 2026

"Es wird weniger Alkohol getrunken und vor allem weniger Bier." Eine Traditionsbrauerei aus Oberfranken setzt angesichts der schwierigen Marktsituation verstärkt auf Alternativen.
Die Kulmbacher Gruppe hat sich im Geschäftsjahr 2025 in einem herausfordernden Umfeld laut eigenen Angaben deutlich besser als der Markt entwickelt.


Im Kulmbacher Land wird seit Jahrtausenden Bier gebraut. Eine 3000 Jahre alte Bieramphore, die heute im Bayerischen Brauereimuseum auf dem Kulmbacher Mönchshof zu bewundern ist, gilt als einer der ältesten Nachweise für das Brauen von Bier in Deutschland. Kulmbach trägt daher nicht ohne Grund den Ruf als "heimliche Hauptstadt des Bieres".

Doch die Zeiten ändern sich - und mit ihnen die Trinkgewohnheiten der Deutschen. Die Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft reagiert auf diese Entwicklung und setzt verstärkt auf alkoholfreie Getränke und Mineralwasser. Bei der 129. ordentlichen Hauptversammlung in der Dr.-Stammberger-Halle zog Vorstandssprecher Christoph Ahlborn Bilanz.

Gesunkener Alkoholkonsum: Kulmbacher Brauerei punktet mit alkoholfreien Bieren und Mineralwasser

Das Jahr 2025 war für die gesamte Bierbranche ein schwieriges. Der deutsche Biermarkt fiel laut Statistischem Bundesamt mit einem Minus von 6,0 Prozent auf einen neuen Tiefstand. Es handele sich um den stärksten Absatzrückgang seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 1993. Erstmals sei der Bierabsatz unter acht Milliarden Liter gefallen. Die Krise der deutschen Bierbrauer trifft besonders kleine und mittlere Brauereien hart.

"Wir stellen uns dieser neuen Realität: Es wird weniger Alkohol getrunken und vor allem weniger Bier - das ist eine Entwicklung, die bleibt", wird Vorstandssprecher Ahlborn in einer Pressemitteilung der Kulmbacher Brauerei zitiert. Trotz des schwierigen Umfelds habe sich die Kulmbacher Gruppe robust gezeigt. Der Getränkeabsatz lag demnach bei rund 3,6 Millionen Hektolitern, die Umsatzerlöse bei 290,6 Millionen Euro (Vorjahr: 290,9 Millionen Euro).

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Die Kulmbacher Brauerei sieht in den aktuellen Entwicklungen jedoch auch Chancen, wie aus der Meldung hervorgeht. Zwei Sparten hätten sich 2025 positiv entwickelt: alkoholfreie Biere und Mineralwasser. Der Anteil alkoholfreier Biere und Biermischgetränke sei innerhalb der Kulmbacher Gruppe gewachsen und liege bei 13 Prozent über dem Marktniveau von rund zehn Prozent. 

Traditionsbrauerei aus Oberfranken setzt stärker auf Erfrischungsgetränke

Die Marke Mönchshof erwies sich laut Unternehmensangaben erneut als tragende Säule. Das Mönchshof Hell verzeichnete demnach ein Wachstum von 4,4 Prozent, das "Mönchshof Natur Radler Zitrone Alkoholfrei 0,0%" ein Plus von 5,9 Prozent. Die Lebensmittel Zeitung zeichnete das Mönchshof Natur Radler als "Top Marke 2025" aus, die Getränke Zeitung kürte das "Mönchshof Natur Radler Blutorange Alkoholfrei 0,0%" zum "Getränk des Jahres 2025", heißt es in der Mitteilung.

Auch die Mineralwassermarke Bad Brambacher legte weiter zu. Der Absatz stieg laut Pressemitteilung um 4,4 Prozent. Besonders das Sortiment der Garten-Limonaden habe sich mit einem Plus von 15,8 Prozent als Wachstumstreiber erwiesen. Mit der Weiterentwicklung im Bereich Erfrischungsgetränke stärke Bad Brambacher gezielt seine Position und trage zur Diversifikation des Geschäfts bei.

Für 2026 erwartet die Kulmbacher Gruppe, deren Wurzeln im Jahr 1846 liegen, ein weiterhin anspruchsvolles Umfeld. Dass die fränkische Traditionsbrauerei nun verstärkt auf alkoholfreie Getränke setzt, zeigt: Auch alteingesessene Unternehmen müssen sich dem Wandel in der Bierbranche anpassen. Was die Lieblingsbiere unserer Leser sind, erfährst du hier.

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