Trotz Corona zeigte sich der lokale Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr robust. Das hat Sebastian Peine, Chef des Arbeitsagenturbezirks Bayreuth-Hof mitgeteilt, zu dem auch der Landkreis Kulmbach gehört. Im Dezember waren ihm zufolge 10 288 Männer und Frauen von Arbeitslosigkeit betroffen, 208 mehr als im Vormonat und 1164 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,0 Prozent.

"Auch während der Pandemie ist zu beobachten, dass gut qualifizierte Fachkräfte seltener arbeitslos werden und durch Kurzarbeit im Betrieb gehalten werden", so Peine.

Im Jahresdurchschnitt waren 11 108 Arbeitslose zu verzeichnen, 1976 oder 21,6 Prozent mehr als im Jahr 2019. Der Bestand an Arbeitslosen ist seit März gegenüber dem Niveau des Vorjahres deutlich gestiegen, zum Jahresende hat sich die Zunahme der Arbeitslosigkeit allerdings merklich abgeschwächt.

Die Lage in Kulmbach

Im Landkreis Kulmbach stieg die Zahl der Arbeitslosen im Dezember leicht an. 1478 Menschen waren beschäftigungslos, 35 mehr als im November und 171 mehr als im Dezember 2019. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 3,6 Prozent.

Der leichte Anstieg betrifft fast ausschließlich Personen, die sich saisonbedingt arbeitslos melden mussten. Betroffen sind hauptsächlich das Baugewerbe, der Garten- und Landschaftsbau, einige Berufskraftfahrer und Lagerhelfer. Die meisten Arbeitnehmer haben die Zusicherung ihrer bisherigen Arbeitgeber, im Frühjahr 2021 wieder eingestellt zu werden.

Verhaltene Nachfrage

Es waren aber auch Meldungen von Beschäftigten aus der Arbeitnehmerüberlassung zu verzeichnen, deren befristeter Arbeitsvertrag nicht verlängert wurde oder denen wegen Auftragsmangels gekündigt wurde. Weiterhin sind Selbstständige arbeitslos geworden, die wegen des Pandemiegeschehens ihre Berufsausübung unterbrechen mussten.

Die Arbeitskräftenachfrage zeigte sich etwas verhaltener als im Vormonat. 140 Vermittlungsaufträge konnte der Arbeitgeber-Service entgegennehmen, 52 weniger als im November, aber fünf mehr als im Dezember 2019.

Fachkräfte fehlen

Der Stellenzugang kam hauptsächlich von kleinen und mittleren Unternehmen. Gesucht sind Maschinen- und Anlagenführer, handwerkliche Fachkräfte für den Innenausbau und Elektriker.

Nachdem Fachkräfte nicht immer im ausreichenden Maße vermittelt werden können, greifen die Arbeitgeber auch gerne auf motivierte Helfer mit entsprechender Berufserfahrung zurück.

Der soziale Sektor benötigt Sozialpädagogen, Erzieher und Kinderpfleger, im medizinischen Bereich sind medizinische Fachangestellte, Physiotherapeuten, Altenpfleger, Altenpflegehelfer, Pflegefachleute und Ärzte gefragt. Weiterhin werden kaufmännische Fachkräfte mit speziellen Kenntnissen gesucht.

Auch Bäcker, Metzger und Fachverkäufer für das Lebensmittelhandwerk finden einen aufnahmefähigen Markt.

78 Betriebe in Kurzarbeit

Im Dezember gingen Anzeigen auf Kurzarbeit für 78 Betriebe mit bis zu 510 Beschäftigten ein. Zum aktuellen Stichtag gab es 28 010 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, 138 weniger als im Vorjahr.

Im Landkreis Kulmbach gab es im Jahresschnitt 1580 Arbeitslose, 206 mehr als ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote betrug im Jahresdurchschnitt 3,8 Prozent. 1860 Stellenmeldungen gingen ein, 109 weniger als im Vorjahr.