Das bayerische Kabinett hat in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen, dass Kulmbach eine weitere Lebensmittelbehörde erhält.
Kulmbach bekommt ein neues Landesinstitut für vernetzte Lebensmittelwissenschaften. Es soll vor allem den wechselseitigen Wissenstransfer zwischen dem akademischen Umfeld und den Behörden
weiter intensivieren. Ministerpräsident Markus Söder betonte zum Beschluss des bayerischen Kabinetts: "In Kulmbach entsteht eine deutschlandweit einzigartige Einrichtung. Das neue Landesinstitut wird ein bundesweites Leuchtturmprojekt für den Verbraucherschutz der Zukunft und stärkt den Standort Kulmbach."
Verbraucherschutzminister Marcel Huber ergänzte: "Das neue Landesinstitut fügt eine entscheidende neue Kompetenz für einen modernen gesundheitlichen Verbraucherschutz in Bayern hinzu. Mit dem neuen Landesinstitut soll eine enge Verzahnung und Kooperation zwischen akademischer Forschung und Lehre sowie staatlichem Handeln im Bereich Lebensmittelsicherheit erzielt werden. Das ist Verbraucherschutz am Puls der Zeit, der unmittelbar vor Ort wirken wird."
Die Behörden nutzen die in den wissenschaftlichen Einrichtungen gewonnenen Erkenntnisse - und umgekehrt geben die Erkenntnisse aus der Überwachung Hinweise auf mögliche Felder, in denen Forschungsbedarf besteht. Die Schwerpunkte des neuen interdisziplinären Instituts werden in den Bereichen angewandtes Lebensmittelrecht, in der wissenschaftlichen Bewertung lebensmittelbedingter Risiken sowie der Marktüberwachung liegen - beispielsweise beim Schutz vor Irreführung und Täuschung oder der Echtheit der geografischen Angabe, wie etwa bei Olivenöl. So soll gleichzeitig ein effektives Frühwarnsystem zur Erkennung von lebensmittelbedingten Risiken etabliert werden. Das neue Landesinstitut soll im Jahr 2019 gegründet werden.
Kulmbach ist bereits jetzt das fränkische Zentrum für Lebensmittelwissenschaften. Das dortige Kompetenzzentrum für Ernährung sowie die Universität Bayreuth, das Max-Rubner-Institut und die neue Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen bilden
gemeinsam einen großen Cluster.
Auch den Aufbau der "Fakultät für Lebenswissenschaften: Ernährung und Gesundheit" der Universität Bayreuth am Standort Kulmbach war am Dienstag Thema im Ministerrat. Mit dem Aufbau einer eigenen Fakultät für Lebenswissenschaften trägt der Freistaat der gestiegenen Bedeutung von Ernährung und Bewegung für die Gesundheit Rechnung. Die Universität Bayreuth wird damit am Standort Kulmbach noch in diesem Jahr beginnen. Ein detailliertes Konzept wurde gemeinsam mit der Stadt Kulmbach, vor Ort ansässigen Einrichtungen und mittelständischen Unternehmen mit Lebensmittelbezug sowie externen Beiräten erarbeitet. Insgesamt sollen bis zu 1.000 Studierende zwei Bachelor- bzw. fünf Masterstudiengänge in Ernährung und Gesundheit belegen.
Forschung und Lehre greifen dabei interdisziplinär ineinander: Biowissenschaftliche Analysen von Nahrungsmitteln und Körperaktivitäten werden mit sozial- und verhaltenswissenschaftlichen sowie wirtschaftlichen und juristischen Fragestellungen verknüpft. Ziel ist es, fundierte und
praxistaugliche Erkenntnisse für eine gesunde und nachhaltige Lebensmittelversorgung und eine effektive Gesundheitsvorsorge zu gewinnen.
Die Universität Bayreuth schärft mit dem Campus Kulmbach ihr interdisziplinäres Profil. Der Freistaat investiert am Standort Kulmbach in den nächsten fünf Jahren insgesamt 136 Millionen Euro und stärkt damit das wirtschaftliche Profil der gesamten Region Oberfranken.
Ministerpräsident Markus Söder: "Kulmbach und die gesamte Region bekommen eine Zukunftsinvestition mit Strahlkraft weit über Oberfranken hinaus. In Kulmbach entsteht mit der "Fakultät für Lebenswissenschaften" der Universität Bayreuth ein innovatives Zentrum für Forschung und Lehre in den Bereichen Lebensmittel, Ernährung und Gesundheit. Erstmals wird eine ganze neue Fakultät interdisziplinär aufgestellt. Der Campus Kulmbach wird Biowissenschaften mit Wirtschafts-, Rechts-, Sozial- und Verhaltenswissenschaften verbinden und außerdem mit dem geplanten Landesinstitut für vernetzte Lebensmittelwissenschaften am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sowie Unternehmen aus der Region zusammenarbeiten. Ziel ist es, die in Oberfranken vorhandene Kompetenz im Bereich Lebensmittel zu bündeln, durch Spitzenforschung weiter auszubauen und dringend benötigte Fachkräfte auszubilden."