- Mitglieder der Gemeinderäte und Stadträte
- Bürgermeister und Oberbürgermeister in den Gemeinden und kreisfreien Städten
- Mitglieder der Kreistage
- Landräte in den 71 Landkreisen
- Bezirksausschüsse in den Münchner Stadtbezirken (Sonderfall München)
Stichwahl-Termin steht bereits fest
Die Zahl der zu wählenden Sitze in den Kommunalparlamenten richtet sich jeweils nach der Einwohnerzahl. So variiert die Anzahl der abzugebenden Stimmen je nach Wohnort erheblich. In München beispielsweise haben die Wählerinnen und Wähler deutlich mehr Stimmen zur Verfügung als in kleineren Gemeinden. In Nürnberg, Bayerns zweitgrößter Stadt, sind es immerhin 70 Stimmen.
Eine Besonderheit stellt München dar, wo in den Stadtbezirken noch sogenannte Bezirksausschüsse gewählt werden. Diese fungieren als eine Art Stadtteil-Parlamente und verleihen der Münchner Kommunalwahl eine zusätzliche Dimension. Das Bayerische Landesamt für Statistik wird am Abend des Wahlsonntags laufend die eingehenden Ergebnisse der Bürger- und Oberbürgermeisterwahlen sowie der Landratswahlen unter www.kommunalwahl2026.bayern.de veröffentlichen. Am Montag, 9. März, folgen dort die Schnellmeldungen der Stadtratswahlen.
Sollte bei der Bürgermeister- oder Landratswahl keine Kandidatin und kein Kandidat mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen erhalten, findet am 22. März 2026 eine Stichwahl statt. In kleinen Kommunen sind manche Kandidaturen konkurrenzlos, während in größeren Städten mit spannenden Rennen und möglichen Stichwahlen zu rechnen ist. Besonders in München, Augsburg und Nürnberg zeichnen sich interessante Duelle ab.
Rückblick auf die historische Corona-Wahl 2020
Die Kommunalwahlen vor sechs Jahren können schon jetzt rückblickend als historisch angesehen werden. Sie fanden damals unter dem Eindruck der Corona-Pandemie statt – weshalb die Stichwahlen ausschließlich per Briefwahl durchgeführt wurden. Einen Tag nach dem Wahlsonntag am 15. März 2020 wurde wegen der Corona-Pandemie bayernweit der Katastrophenfall ausgerufen. Dieser Kontext prägte die gesamte Wahl und ihre Rahmenbedingungen. Bei den Kommunalwahlen 2020 ergaben sich folgende Ergebnisse für die wichtigsten Parteien:
- CSU: 34,5 Prozent (Verlust von gut fünf Prozentpunkten)
- Grüne: 17,5 Prozent (bestes Kommunalwahlergebnis ihrer Geschichte)
- SPD: 13,7 Prozent (Verlust von rund sieben Prozentpunkten, historisch schlechtes Ergebnis)
- Freie Wähler: 11,9 Prozent
- AfD: 4,7 Prozent
- Wahlbeteiligung: 58,7 Prozent
Die Christsozialen erlebten damit einen deutlichen Rückgang, während die Grünen von der damaligen Klimadebatte profitierten. Gemeinsame Wahlvorschläge mit anderen Parteien oder Gruppen sind bei diesen Zahlen jeweils eingerechnet.
Wahltrend: Umfragen sehen CSU vorn – AfD legt deutlich zu
Die letzte Umfrage vor der Kommunalwahl zeigt ein gemischtes Bild für die etablierten Parteien. Laut einer repräsentativen Erhebung des Hamburger Umfrage-Instituts GMS mit 1003 Befragten im Zeitraum vom 25. Februar bis 2. März 2026 kommt die CSU auf 33 Prozent der Stimmen. Das wäre zwar ein leichter Rückgang gegenüber 2020 (34,5 Prozent), die Christsozialen würden aber dennoch klar als stärkste Kraft aus der Wahl hervorgehen. Eine frühere Umfrage von Civey aus dem Februar hatte die CSU noch bei etwa 40 Prozent gesehen, was die Schwankungsbreite bei Kommunalwahl-Prognosen verdeutlicht. Die Freien Wähler, Koalitionspartner der CSU in der Staatsregierung, kämen der GMS-Umfrage zufolge auf 11 Prozent und würden damit leicht unter ihrem Ergebnis von 2020 (11,9 Prozent) bleiben.
Der auffälligste Wahltrend betrifft die AfD: Sie würde laut Umfrage mit 14 Prozent auf dem zweiten Platz landen und ihr Ergebnis von 2020 (4,7 Prozent) damit nahezu verdreifachen. Dieser massive Zugewinn spiegelt den bundesweiten Aufwärtstrend der Partei wider und könnte die politische Landschaft in vielen bayerischen Kommunen verändern. Die Grünen hingegen müssen mit deutlichen Verlusten rechnen: Nach ihrem historischen Bestwert von 17,5 Prozent bei der letzten Kommunalwahl würden sie laut aktueller Umfrage nur noch auf etwa 10 Prozent kommen. Auch die SPD steht vor einem schwierigen Wahltag: Mit prognostizierten 9 Prozent würde sie ihr ohnehin schon schlechtes Ergebnis von 2020 (13,7 Prozent) nochmals unterbieten. Trotz möglicher Verluste ist zu erwarten, dass die CSU in den weitesten Teilen Bayerns dominant bleibt, wie das ZDF analysiert.
Allerdings ist bei Kommunalwahlen die Aussagekraft landesweiter Umfragen begrenzt. Anders als bei Landtags- oder Bundestagswahlen spielen lokale Faktoren, Persönlichkeiten und Themen eine entscheidende Rolle. In vielen Gemeinden treten zudem parteilose Wählergruppen an, die in den landesweiten Prognosen nicht erfasst werden. Die Fünf-Prozent-Hürde existiert bei Kommunalwahlen nicht, was kleineren Parteien und lokalen Listen bessere Chancen auf Mandate verschafft. Dennoch gilt die Kommunalwahl 2026 als wichtiger Stimmungstest für die politischen Kräfteverhältnisse im Freistaat – insbesondere mit Blick auf künftige Landtags- und Bundestagswahlen.
Spannende Rennen in fränkischen Großstädten
In Franken richtet sich der Blick besonders auf die drei größten Städte der Region. In Nürnberg, Bayerns zweitgrößter Stadt, wird ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Die Metropolregion erwartet ein spannendes Rennen mit mehreren aussichtsreichen Kandidaten. Auch in Bamberg steht die OB-Wahl im Fokus: Dort treten insgesamt acht Kandidierende an, darunter der bisherige zweite Bürgermeister Jonas Glüsenkamp für die Grünen, dem gerade im studentisch geprägten Milieu durchaus Chancen eingeräumt werden. In Würzburg hingegen wird dieses Mal kein neuer Oberbürgermeister gewählt, doch auch dort stehen wichtige Entscheidungen für den Stadtrat und den Kreistag an.
Besonders interessant gestaltet sich die Situation in Fürth: Hier ist Oberbürgermeister Thomas Jung von der SPD bereits seit 24 Jahren im Amt. Die zentrale Frage lautet, ob ihm jemand diesen langjährigen Posten streitig machen kann. Der Amtsinhaberbonus spielt bei solchen Konstellationen traditionell eine wichtige Rolle – viele erfahrene Bürgermeister und Landräte profitieren von ihrer Bekanntheit und ihren Netzwerken vor Ort. Gleichzeitig wächst in manchen Kommunen der Wunsch nach einem politischen Neuanfang nach langen Amtszeiten.
Während in den Großstädten oft mehrere Kandidaten um die begehrten Posten konkurrieren, sieht die Lage in kleineren Gemeinden teilweise anders aus. In manchen Orten gestaltet sich die Suche nach Bürgermeister-Kandidaten als sehr schwierig. Die Gründe dafür sind vielfältig: Der zeitliche Aufwand, die hohe Verantwortung und nicht zuletzt die zunehmende Polarisierung in der Gesellschaft schrecken potenzielle Bewerber ab. Wenn sich niemand zur Wahl stellt, müssen die Gemeinden kreative Lösungen finden oder auf Übergangsregelungen zurückgreifen.
Herausforderungen in kleineren Gemeinden
Dennoch gibt es auch positive Beispiele: In mehreren fränkischen Gemeinden treten amtierende Bürgermeister erneut an. Solche Kontinuitätskandidaturen erlauben es den Wählern, bewährte Amtsinhaber im Amt zu bestätigen oder sich für einen Wechsel zu entscheiden.
Die Kommunalwahl 2026 in Franken ist geprägt von einer Mischung aus Kontinuität und Aufbruch. Während einige Amtsinhaber auf ihre Erfahrung setzen, fordern neue Gesichter frische Ideen und andere Schwerpunkte. Die wichtigsten Wahlentscheidungen in der Region im Überblick:
- Nürnberg: Wahl eines neuen Oberbürgermeisters mit mehreren Kandidaten
- Bamberg: Acht Kandidierende für das OB-Amt
- Fürth: SPD-Amtsinhaber Thomas Jung nach 24 Jahren im Amt erneut zur Wahl
- Würzburg: Wichtige Entscheidungen für Stadtrat und Kreistag
- Landkreise: Landratswahlen in allen fränkischen Landkreisen
Die Ergebnisse der Kommunalwahl in Franken werden am Abend des 8. März sukzessive bekannt gegeben. Das Bayerische Landesamt für Statistik veröffentlicht die Schnellmeldungen laufend auf seiner Website. Besonders die Ergebnisse der Oberbürgermeisterwahlen in den größeren Städten werden mit Spannung erwartet. Sollte bei den Direktwahlen keine absolute Mehrheit erreicht werden, entscheidet eine Stichwahl am 22. März über die endgültige Besetzung der Ämter – ein Szenario, das in umkämpften Rennen durchaus wahrscheinlich ist.
Zeitgleich mit Bayern wird auch im Nachbarland Baden-Württemberg gewählt – allerdings sind die Menschen dort aufgerufen, den Landtag neu zu wählen. Dieser parallele Wahltermin macht den 8. März 2026 zu einem wichtigen Tag für die politische Landschaft in Süddeutschland. sl/mit dpa
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