Bürgermeister Siegfried Decker (NG) wollte von Vorstandsmitglied Harry Weiß und Unternehmensbereichsleiter Stefan Fechner vor allem wissen, ob diese Entscheidung - bei allem Verständnis für die geänderten Rahmenbedingungen im Banken- und Sparkassenwesen - wirklich notwendig und wirklich unausweichlich war. Die Fusion ist längst beschlossene Sache, und so war die Antwort von Harry Weiß nicht anders zu erwarten: "Es wurde eine Lösung geschaffen, die langfristig gesehen auch Bestand hat. Wir haben uns in der Summe für ein Gesamtpaket entschieden, also eine gemeinsame Lösung, direkt an der Kreuzung gelegen, die auch den Doppelnamen tragen wird."
Bürgermeister Decker bedauerte, dass die Gemeinde Neuenmarkt in diese Entscheidung des Verwaltungsrates nicht eingebunden war: "Deshalb waren wir auch entsprechend überrascht, schließlich ist die Gemeinde mit dem Schulverband und den Gemeindewerken auch ein guter und treuer Kunde der Sparkasse Kulmbach-Kronach. Für unsere Bürger bedeutet das den Verlust der Zweigstelle in Hegnabrunn einschließlich Geldautomat." Decker machte deutlich, dass die Sparkasse eine kommunale Bürgerbank sei, die auch einen öffentlichen Auftrag habe. Sie unterliegt auch dem Prinzip der Gemeinnützigkeit, Ziel sei zwar ein angemessener Bilanzgewinn, aber keine Gewinnmaximierung.
Die Schließung der Filiale in Hegnabrunn sei besonders schädlich für ältere und nicht mobile Kunden, zumal nicht einmal der Geldautomat am Ort übrig bleibe. "Die mobile Geschäftsstelle, einmal pro Woche für eineinhalb Stunden, ist da nur ein sehr geringer Ersatz. Durch die Schließung der Zweigstelle verlieren wir auch Steuereinnahmen."


Immer mehr Online-Banking

Vorstandsmitglied Harry Weiß erläuterte die Beweggründe für die Entscheidung. So habe die übliche Nutzung einer Bankfiliale enorm abgenommen, und Online-Banking dürfte in wenigen Jahren sogar auf 80 Prozent ansteigen. Was dagegen immer stärker nachgefragt werde, das sei Kundenberatung. Vorstandsmitglied Harry Weiß: "Immer mehr Kunden legen immer mehr Wert auf eine persönliche Kundenberatung im Bereich der Vermögensberatung, Altersvorsorge, Wohnraumfinanzierung oder dem Wertpapiergeschäft und wir haben in den letzten Jahren auch viel Geld in die Aus- und Fortbildung unserer Mitarbeiter investiert." In kleineren Filialeinheiten lasse sich das aber schwer darstellen.
Ein weiterer Grund, mit den Filialen von Neuenmarkt und Wirsberg eine gemeinsame Lösung zu schaffen, sei gewesen: beide Geschäftsstellen müssten renoviert werden. "Wir hatten dann die Situation, das direkt an der Kreuzung ein neuer Einkaufsmarkt errichtet wird, und es hat sich in den Gesprächen herausgestellt, dass wir dort eine Filiale mit dem Team aus Neuenmarkt und Wirsberg errichten können." In diese neue Filiale werde sich die Sparkasse aber nur einmieten. Einmal in der Woche wird aber eine "fahrende Sparkassenfiliale" mit einem Geldausgabeautomaten und einem Kontoausdrucksdrucker nach Neuenmarkt kommen.