Die Kostensituation der städtischen Einrichtungen bereitet den Stadtsteinacher Stadträten nach wie vor Kopfzerbrechen. Die Fraktion der SPD/OL beantragte am Montagabend die Einsetzung einer Projektgruppe, die Maßnahmen erarbeiten soll, um dem sprunghaften Anstieg des Defizits entgegenzuwirken, was aber - noch - nicht erfolgte.
Andy Sesselmann (FW) sprach von einer guten Idee, hielt es aber für zweckmäßiger, die Arbeit beispielsweise von einem Studenten erledigen zu lassen. "Wir müssen uns klare Gedanken machen, wie wir in Stadthalle und Freibad deutlich besser wirtschaften können. Gebraucht wird eine neue Konzeption, und dafür sind auch Fachleute einzubeziehen", betonte Klaus Witzgall (CSU). Knud Espig (SPD) sah die Zielsetzung in den defizitären Bereichen.
"Wir sollten erst einmal unsere Hausaufgaben machen und die Mitarbeiter dazu nehmen", vertraten Wolfgang Heiß und Lars Leutheußer (beide CSU).
Die Grunddaten des Freibades sind bereits erarbeitet, wie Bürgermeister Roland Wolfrum aufzeigte und sollen nun auch noch für die Stadthalle erfolgen. Das weitere Vorgehen wird dann Thema im Herbst sein.

Haltestelle in der Knollenstraße?

Markus Clostermann hatte beantragt, dass der Omnibusverkehr Franken (OVF) eine zusätzlich Haltestelle in der Knollenstraße einrichten möge. "Alle Kinder und Fahrgäste aus dem Bereich Bergfeld/Flürlein, die den Bus nach Kulmbach auf dem Marktplatz erreichen wollen, begeben sich täglich in Lebensgefahr", heißt es in dem Schreiben, das Roland Wolfrum verlas.
Der Abstand vom äußerst schmalen Gehweg zwischen dem Heimatmuseum und dem Salon Ploner bis zu den vorbeifahrenden die Autos, Lastern und Bussen betrage nur einen halben Meter. Im Winter sei es noch gefährlicher. "Kein Elternteil möchte sein Kind diesen Gefahren aussetzen", zitierte Wolfrum. Ähnlich gefährlich sei der Weg auf der anderen Seite - durch den Burggraben. Auch hier sei nicht genügend Platz vorhanden, um sicher laufen zu können. "Es müsste möglich sein, einen der drei Busse, die den Schülertransport nach und von Kulmbach sicherstellen, über die Knollenstraße fahren zu lassen", so Clostermann.
"Das ist Tatsache, wir würden es befürworten", sagte Knud Espig im Namen der SPD/OL-Fraktion. Auch Klaus Witzgall sagte für die CSU: "Eine zusätzliche Ein- und Ausstiegsmöglichkeit in der Knollenstraße wäre gut." "Es ist für die Sicherheit der Kinder", pflichtete Andy Sesselmann von den Freien Wählern bei. Und Wolfgang Martin (Bunte Liste) sagte: "Das wäre eine Entlastung für die Haltestelle am Marktplatz." Einstimmig unterstützte der Stadtrart den Antrag Clostermanns und leitet ihn an den Landkreis Kulmbach weiter.

Illegale Feuerwerke

22 Anwohner der Industrie- und Bahnhofstraße beantragen mit Schreiben vom 21. Juni, dass die Stadt künftig keine Ausnahmegenehmigung mehr für das Abbrennen eines Feuerwerks an der Stadthalle erteilen möge. Begründet wurde das damit, dass in der letzten Zeit fast an jedem Samstag ein Feuerwerk stattfinde und die Haustiere hiermit massiv überfordert seien. Weiterhin sollten brütende Vögel und sonstige freilebende Tiere geschützt werden, verlas der Bürgermeister. Er verwies darauf, dass die Stadt lediglich drei Feuerwerke zu Hochzeitsfeiern am 24. Mai sowie am 7. und 21. Juni genehmigt habe. Wolfrum regte an, die Genehmigung mit einer Gebührenordnung zu koppeln und die Zahl der Feuerwerke damit zu reduzieren.
"Wo fangen wir an und wo hören wir auf?", fragte Wolfgang Heiß (CSU). Andy Sesselmann sagte, legal angemeldete Feuerwerke seien in Ordnung, ansonsten sollte ein Zwangsgeld erhoben werden. "Feuerwerke müssen nicht sein, unsere Bürger wollen ihre Ruhe haben", meinte Wolfgang Martin (BL). "Wir können uns auch zur Verbotsstadt machen" erwiderte Harald Hempfling (CSU). Franz Schrepfer (FW) hielt ein Verbot nicht für notwendig.
Das Stadtoberhaupt Roland Wolfrum will sich nun bemühen, ein scharfes Auge auf nicht genehmigte und damit illegale Feuerwerke zu werfen und Verstöße mit entsprechenden Bußgeldern zu ahnden. Diesem Vorgehen schlossen sich alle Räte bis auf Wolfgang Martin an.
12 827 Euro wird die Stadt Stadtsteinach aufwenden, um die Straßenzüge Mozartstraße/Baumgartner Weg/Richard-Wagner-Straße (17 Straßenlampen) sowie den Bereich Vorderreuther Straße/Schillerstraße (elf ) von den nicht mehr zulässigen Quecksilberdampfleuchten auf energiesparende LED-Leuchten umzurüsten. "Das Bayernwerk spart sich damit Wartungskosten", warf Wolfgang Martin ein. Mit den Worten "Macht Sinn, sollten wir machen!" befürwortete Klaus Witzgall das Vorhaben. Bürgermeister Roland Wolfrum merkte an, dass sich die Ausgabe in fünf Jahren amortisiere. Bei einer Gegenstimme von Harald Hempfling vergab der Stadtrat mit deutlicher Mehrheit den Auftrag an das Bayernwerk.

Hohe Breitband-Förderung

Beim Breitbandausbau kann die Stadt Stadtsteinach mit einem Zuschuss des Freistaats Bayern von 90 Prozent rechnen. Mit der Ermittlung der aktuellen Versorgung und des künftigen Bedarfs mit schnellem Internet beauftragte der Stadtrat einstimmig die Firma Reuther NetConsulting, aus Bad Staffelstein zum Preise von 8453 Euro.