Die beabsichtigte Freiflächen-Photovoltaikanlage "Gössenreuth-Rosengarten" mit einem Investitionsvolumen von rund 10 Millionen Euro war in der Sitzung des Gemeinderates am Dienstagabend das zentrale Thema. Für eine abschließende Entscheidung sah das Gremium aber noch Beratungsbedarf, sowohl in den Fraktionen als auch im Gemeinderat. Geplant ist eine 10-Mega-Watt Anlage auf einer Fläche von 14 Hektar zwischen Gössenreuth und Rosengarten beidseitig der B 303.

Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) legte Wert auf die Feststellung, dass er zwar in der jüngsten Bürgerversammlung das geplante Projekt angesprochen, im Gemeinderat bislang jedoch keinerlei Meinungsbildung stattgefunden habe: "Wir haben noch keinen konkreten Antrag vorliegen, es geht nur um eine Vorinformation." Es gebe aber, wie Bürgermeister Schneider betonte, sowohl zustimmende wie auch kritische Äußerungen aus der Bevölkerung zur geplanten Freiflächen-Photovoltaikanlage.

Norbert Köhler, der für die Südwerk-Projektgesellschaft mbH mit Sitz in Burgkunstadt das mögliche Gebiet für die 14 Hektar große Anlage vorstellte, wies darauf hin, dass nunmehr auch Flächen aus benachteiligten Gebieten staatlich gefördert werden, dazu zähle auch die Region im Osten Oberfrankens. Der Betreiber dieser Anlage müsse sich zunächst an einer bundesweiten Ausschreibung beteiligen, und nur die günstigsten Flächen mit den geringsten Fixkosten werden vom Bund gefördert.

Das vorgesehene Gelände bietet nach den Worten von Norbert Köhler einen gewissen "Charme", denn mit der dortigen Umspannstation werde eine kostengünstige Erschließung erreicht. Zudem sind 3,5 Hektar bereits als gewerbliche Fläche ausgewiesen. Voraussetzung für die Errichtung einer derartigen Anlage ist Köhler zufolge nicht nur das Einverständnis des Gemeinderats, sondern auch die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines vorhabensbezogenen Bebauungsplanes.


Blend-Gutachten

Bürgermeister Gerhard Schneider fragte nach einem möglichen Spiegel-Effekt der Anlage für die Verkehrsteilnehmer auf der B 303 und nach der Eingrünung. Hier ist ein Blend-Gutachten ähnlich wie bei der Anlage in Untersteinach notwendig. Köhler: "Das muss genau untersucht werden." Entlang der B 303 müsse man auch eine Bauverbotszone von 20 Metern einhalten. Als Einfriedung wird in der Regel ein zwei Meter hoher Zaun aus Drahtgitter mit Übersteigschutz gewählt. Norbert Köhler zeigte auf, wie die Module in das Erdreich gerammt und nach einem Abbau von 20 und mehr Jahren wieder leicht aus der Erde gezogen werden können. Für den Betreiber der Anlage besteht eine Rückbauverpflichtung. Aus naturschutzfachlicher Sicht ist für die Anspruch genommene Fläche eine Ausgleichsfläche zu schaffen. Je Hektar sind das rund 1000 Quadratmeter.

In ihren Statements machten die Fraktionssprecher von SPD und Freie Wähler deutlich, dass sie sich gegenwärtig nicht in der Lage sehen, eine Entscheidung zu treffen. Rudi Gumtow (SPD): "Das ist eine komplexe Sachlage und da müssen wir erst in die Beratung gehen, um eine Entscheidung zu treffen." Manuel Gumtow (FW) sah es zunächst positiv, dass entgegen der Aussage bei der Bürgerversammlung nach einer Planänderung nunmehr alle Grundstückseigentümer bereit sind, ihre landwirtschaftlichen Flächen für die Freiflächen-Anlage zur Verfügung zu stellen. Als negativ bezeichnete Gumtow den enormen Flächenverbrauch, denn seine Fraktion würde dort lieber ein Gewerbegebiet mit produzierenden Betrieben sehen. Zweiter Bürgermeister Harald Peetz (CSU) wies darauf hin, dass die Südwerk-Projektgesellschaft den Plan so geändert habe, dass auch kein Landwirt sein Pachtland verliert.

Bürgermeister Gerhard Schneider brachte die Beratung zum Abschluss: "Wir können den Bauantrag in einer Sitzung nicht wie ein Einfamilienhaus einfach durchwinken. Es gibt auch derzeit keine Garantie, dass die Anlage überhaupt gefördert wird und damit kommt." Und Norbert Köhler bekräftigte: "Wir werden in das Verfahren erst dann einsteigen, wenn wir den Zuschlag für die Förderung bekommen."