Als frisch eingeschulte Erstklässlerin bin ich einmal in der Pause in einen Hundehaufen getreten. Ich habe es selbst nicht gemerkt, die anderen Kinder nach dem Glockenläuten aber schon. Besser gesagt, sie haben es gerochen. Im Nachhinein war das wohl das peinlichste Erlebnis meiner Kindheit, an das ich mich erinnern kann, denn die Lehrerin trug mich unter lautem Gelächter meiner Mitschüler aus dem Zimmer.

Heute stehe ich da natürlich drüber. Aber ich musste an dieses Erlebnis denken, als ich mich, genauso nichtsahnend wie damals, in der Mittagspause mit einer Freundin auf einen Kaffee traf. Wir saßen ein wenig in der Aprilsonne an einem zum Laden gehörenden Tisch und plauderten. Schön. Irgendwann war die Pause dann aber leider zu Ende, doch ich konnte mich partout nicht erheben.

Grund dafür war ein Kaugummi, der meine Haut unzertrennlich mit Strumpfhose und Kissen verband. Ärgerlich, aber das muss man dann wohl den Rest des Tages aussitzen. Zurück in der Redaktion klebte ich beim nächsten Aufstehen nicht nur wieder am Sitzplatz, der hartnäckige Kaugummi zierte jetzt auch den gepolsterten Bürostuhl.

Zwar musste mich deswegen niemand aus dem Zimmer tragen, aber die Kollegen haben trotzdem herzlich gelacht. Und mir geraten, mich lieber auf eine Zeitung zu setzen. Davon gebe es hier ja doch die ein oder andere.

Warum jemand seine ausgekaute Süßigkeit ausgerechnet mitten auf einem Café-Stuhl entsorgen muss, werde ich nie verstehen. Aber es hat mir gezeigt, dass es nicht immer was Schlechtes bedeuten muss, wenn es heißt, die Zeitung sei am A...