Tomaten, Salat, Kartoffeln und Kräuter gibt's beim Gemüsehändler. Sophie, Lucas, David, Fabian, Jason, Danel, Jakob und Julian wollen diese Sachen heuer aber nicht kaufen, sondern selbst ernten: im Schulgarten der Theodor-Heublein-Schule. Die acht Kinder aus der dritten und vierten Klasse haben sich für die Schulgarten-Gruppe angemeldet und ein großes Ziel: die Außenflächen rund ums Schulgelände in einen bunten und ertragreichen Garten verwandeln.


Gemeinsam wird's gut


Eine tolle Idee, bei der wir die Schüler und ihre Lehrerin Ellen Domann gerne unterstützen möchten. Unser Rundschau-Projekt "Die Traumgarten AG" wird den Kindern helfen, ihre Pläne zu verwirklichen - praktisch und organisatorisch, mit Tipps, Helfern, Saatgut und Pflanzen, damit es rund ums Melkendorfer Schulhaus bald wunderschön grünt und blüht.

Einen Schulgarten gibt es in Melkendorf eigentlich schon viele Jahre, aber oft fanden sich nicht genügend Helfer, die sich darum kümmern wollten, bedauert Schulleiterin Claudia Schmidt. So sind einige Pflanzen eingegangen, manches Projekt wurde begonnen, aber nicht zu Ende geführt.

Das soll sich jetzt ändern: Noch ist es draußen zu kalt, um richtig loszulegen, der Boden gefroren. Trotzdem nutzen die Kinder die Wochen vor dem Frühlingsbeginn schon für die Vorbereitungen.

Stolz zeigt Lucas seine Bohnenkeimlinge, die er in einem transparenten Becher vorgezogen hat: Sie haben schon kräftige Wurzeln und Triebe. Nun werden sie eingetopft und im Klassenzimmer weiter kultiviert, bis es warm genug für den Umzug nach Draußen ist.

Dasselbe gilt für die Tomaten, die vor ein paar Tagen gemeinsam im Unterricht in Torfquelltöpfe ausgesät wurden. Die Kinder staunten, wie schnell die Presslinge mit ein wenig Wasser in die Höhe wachsen. Am Fenster steht nun das Mini-Gewächshaus, und die Kinder sehen jeden Tag nach, wann sich wohl die ersten Keimblätter zeigen. Im März geht es dann für die Basisarbeiten raus in den Garten.


Eine gute Basis ist schon da


Bei Null müssen die Kinder dabei nicht anfangen, denn es gibt schon einige schöne Elemente, die in den neuen Schulgarten integriert werden: das grüne Klassenzimmer zum Beispiel, ein gepflasterter Bereich mit Hochbeeten, Sitzgelegenheiten und Lehrerpult. Außerdem sind ein schöner großer Apfelbaum und ein Spalierapfel vorhanden. Beide haben einen professionellen Schnitt nötig, sind aber stark und gesund.

Die Hochbeete sind allerdings leer, ein ehemaliges Staudenbeet verwildert, vor Jahren gepflanzte Beerensträucher verkümmert. Ein paar Beete mehr wären sinnvoll, ein Komposthaufen für Gratis-Biodünger und natürlich viele neue Pflanzen.

Damit die Schulkinder motiviert sind, sich gut um ihren Garten zu kümmern, dürfen sie mitbestimmen, was sie säen und pflanzen möchten. Sophie hat das Wichtigste auf eine Liste geschrieben: Karotten, Radieschen, Salat, Brokkoli, Kartoffeln, Zucchini und Kürbisse, außerdem Tomaten, Paprika und Kräuter. Und Blumen. Blumen sind den Kindern wichtig, damit es draußen schön bunt ist. Damit ist die Wunschliste der Kinder aber noch lange nicht zu Ende: Sie wünschen sich noch weitere Obstbäume, Beerensträucher, Erdbeeren und Rhabarber.


Helfer sind zur Stelle


Das alles umzusetzen, ist viel Arbeit - zu viel für acht Kinder und eine Lehrerin. Aber unser Schulgarten-Team und die Traumgarten AG stehen mit dieser großen Aufgabe nicht allein da. Wir bekommen Hilfe: Friedhelm Haun, Kreisfachberater für Gartenbau und Landschaftspflege, hilft beim Schneiden und Pflanzen der alten und neuen Obstbäume, der Gartenbauverein Melkendorf bringt sich mit Arbeitsleistung und Material ein, und auch wir von der Traumgarten AG packen mit an.

Und dann gibt es noch Jupp Schröder, Gartenexperte des Online-Portals der Mediengruppe Oberfranken www.infranken.de. Er ist ein wandelndes Lexikon des Gartenwissens und wird aus den Kindern Schlau-Gärtner machen, die verstehen, wie sie mit möglichst wenig Arbeit viel erreichen und dabei auch noch etwas Gutes für die Natur und das ökologische Gleichgewicht tun können.

Die Bayerische Rundschau wird dieses schöne Projekt das ganze Jahr über als Partner begleiten und über die Fortschritte der Kinder auf dem Weg zu ihrem grünen Paradies berichten.