"Veganerin lässt Kinderlied in Glockenspiel verstummen" - manche Meldungen sind einfach zu kurios, um sie zu ignorieren.
Schauplatz ist der Limburger Rathausplatz, wo regelmäßig ein Glockenspiel erklingt. Dort konnte man auch das Kinderlied "Fuchs du hast die Gans gestohlen" hören - wohlgemerkt in der Instrumentalversion.
Ein unschuldiges Kinderlied, oder? Nicht, wenn es nach einer Limburger Veganerin geht. Die stört sich nämlich an der Brutalität der Drohung "Sonst wird dich der Jäger holen mit dem Schießgewehr".
Zugegeben, auch die zweite Strophe ist nicht unbedingt etwas für Zartbesaitete: "Seine große lange Flinte schießt auf dich den Schrot, dass dich färbt die rote Tinte - und dann bist du tot."
Aber ist das ein Grund, ein Kinderlied zu verbannen, das es schon seit mehreren Jahrhunderten gibt und das die meisten von uns in ihrer Kindheit geträllert haben?
Nein! Denn manche Lieder und Geschichten sind einfach Kulturgut und haben trotz fragwürdigem und unter Umständen weniger warmherzigem Inhalt ihre Daseinsberechtigung. Bei "Hoppe, hoppe Reiter" wird ebendieser vom sicher nicht vegan lebenden Raben gefressen. Rotkäppchen wird zum keineswegs fleischlosen Snack des bösen Wolfs. Max und Moritz werden in vermutlich nicht glutenfreies Brot gebacken.
Nicht zu vergessen den Struwwelpeter, wir kennen die Geschichten ja alle. Und die moralischen Botschaften dahinter sind angekommen - und das ganz ohne größeren seelischen Schaden zu verursachen.