Wo bis vor zwei Jahren noch die Kaufplatz-Ruine stand, werden jetzt viele kleine Attraktionen aufgebaut. Die Stadt hatte sich entschlossen, die Brachfläche nach dem Abriss des Gebäudes für eine Zwischennutzung freigegeben. Und die hält allerlei interessante Stationen für die Bürger bereit - zumindest für zwei Jahre, denn dann wird die Interimslösung wieder Geschichte sein. Die Vorbereitungen für den Wettbewerb zur finalen Nutzung des Geländes würden laufen, und man könne davon ausgehen, dass 2025 die Arbeiten beginnen.

Kosten für die neue Mitte auf Zeit: 660.000 Euro. Die gute Nachricht für die Stadt: 440.000 Euro werden über Fördermittel abgedeckt. Außerdem beteiligt sich die Initiative "Liebenwertes Kulmbach" mit Sachspenden, Geld und Eigenleistung im Gesamtwert von ungefähr 100.000 Euro. "Vereine und Initiativen, darunter die Universität Bayreuth und die Initiative ,Liebenswertes Kulmbach' lieferten die Basis der Vorplanung", sagte Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) bei einer Ortsbegehung. Nach Ostern soll die Zwischenlösung fertiggestellt werden, sodass die Bevölkerung das Gelände ab Mai nutzen kann. "Ich bin froh, dass es jetzt geklappt hat", erklärte Andreas Schobert, der die Initiative "Liebenswertes Kulmbach" gemeinsam mit Barbara Biella vertrat. "Das Streiten hat sich gelohnt." Biella ergänze mit Blick auf die endgültige Lösung: "Wir wünschen uns einen Begegnungsplatz mit Bäumen und einem Biergarten. Gerade in der aktuellen Zeit bräuchten wir eine solche Begegnungsstätte."

1. Direkt am Ufer des Mains soll der "Kulmbach Beach" entstehen - eine Sandfläche am Wasser, auf der die Besucher auf Liegestühlen und unter Sonnenschirmen entspannen können.

2. Am Eingang des Freizeitgeländes, direkt neben dem Stadtstrand, soll es eine Gastronomie geben. Einziger Bewerber war die Kulmbacher Brauerei. Die Vergabe erfolgt in der Stadtratsitzung am kommenden Mittwoch.

3. Auf zwei Bocciabahnen sollen die Kulmbacher künftig spielen können. "Es ist auch ein Verleih vor Ort angedacht", sagt Barbara Biella, Vertreterin der Initiative "Liebenswertes Kulmbach".

4. Der Spielturm, der seinen Platz bislang neben dem Soccer-Court auf dem Gelände der Alten Spinnerei hatte, wird künftig hier zu finden sein. Daneben wird ein großer Spielrasen angelegt.

5. In drei Hängematten aus Flechtwerk können Besucher des ehemaligen Kaufplatz-Geländes künftig die Seele baumeln lassen.

6. Ein Pavillon aus Naturholz lädt zum Verweilen ein. Damit der Aufenthalt bei großer Hitze angenehmer wird, soll er noch mit Sonnensegeln ausgestattet werden.

7. Garteln in der Stadt: "Die Universität Bayreuth will sich gerne mit einem Urban-Gardening-Projekt einbringen", sagt Susanne Strebin, Koordinatorin am Campus Kulmbach. Das Projekt soll im Laufe des Sommersemesters entstehen.

8. An dieser Stelle soll ein kleiner Kräutergarten entstehen. Dieser soll hauptsächlich Bildungszwecken dienen. Eventuell könnten die Bürger aber auch kleinere Mengen ernten.

9. Die Freifläche am östlichen Rand des Areals könnte auf viele verschiedene Arten genutzt werden, etwa für eine kleine Bühne oder ein Open-Air-Kino. Auch ein Basketball-Korb könnte hier Platz finden. Eine Besonderheit ist die Bauzaungalerie am südlichen Ende. Hier können beispielsweise Vereine Werbung für sich machen.

10. Zu weiteren sportlichen Aktivitäten lädt ein Beachvolleyball-Feld ein. Es hat eine Größe von 22 mal 14 Metern und befindet sich direkt neben der Freifläche und gegenüber des Urban-Gardening-Bereichs.

11. Der Burgspielplatz ist zweifelsohne das optische Kernstück des ehemaligen Kaufplatzareals. Entstanden aus einer Idee des Kunst-Additums am Caspar-Vischer-Gymnasium verfolgte Andreas Schobert die Idee bis hin zur Verwirklichung durch die Firma Bergmann. Kinder haben hier viele Möglichkeiten zu spielen: Sie können auf der hölzernen Burganlage herumklettern oder beim Eisverkauf, dem Kräuterladen oder der Brauerei in andere Rollen schlüpfen. Die Silhouette des Spielplatzes spiegelt die Umrisse der über Kulmbach thronenden Plassenburg wider.

"Wenn nach zwei Jahren hier alles wieder abgerissen werden muss, wird der Burgspielplatz an anderer Stelle wieder aufgebaut werden", sagt Andreas Schobert. Er könnte sich beispielsweise den Grünzug gut dafür vorstellen, "aber wer weiß, vielleicht wird der Burgspielplatz ja auch in das künftige Konzept für die Nutzung des Kaufplatz-Areals Einzug finden."

12. Am Ausgang Richtung Stadtmitte soll es einen weiteren Gastronomiestandort geben. Es ist ein Biergarten geplant. Wer der Betreiber sein wird, ist noch unklar.

13. Das Areal wird für die Zwischenlösung keine größere Bepflanzung aufweisen. "Da die Nutzung des Geländes nur auf zwei Jahre angelegt ist, können wir keine Bäume pflanzen, sondern nur für künstliche Beschattung sorgen", erklärt Landschaftsarchitekt Thomas Wirth von der Firma Wirth + Birkenbeul, die mit der Gestaltung beauftragt worden war.

Nach dem Abriss des Kaufplatzgebäudes wurde der Boden mit Recyclingmaterial abgedeckt, für das Freizeitgelände wurde der Boden dann zwischen 22 und 40 cm aufgeschüttet. "Der Bodengutachter sagte, es könnte noch Altlasten geben", sagt Wirth. Auf den Freiflächen zwischen den Wegen werde Spiel- und Sportrasen angesät, mit kleinen Hügelchen, "dort kann man auch zum Beispiel Frisbee spielen." Rund um die Fläche sollen darüber hinaus Blumenwiesen angelegt werden, im Biergartenbereich seien auch Pflanzkübel denkbar.