Der Kulmbacher Oberbürgermeister Ingo Lehmann hat in einer Pressemitteilung klare Worte zur aktuellen Debatte um den Bau des Kauerndorfer Tunnels gefunden. Er stelle sich die Frage, "ob man in der aktuellen politischen Situation ein derartiges Großprojekt mit Kosten von weit über 100 Millionen Euro nicht doch besser verschieben solle", zitiert ihn sein Büro. 

Das Projekt stehe "in keinem vernünftigen Verhältnis zu den vor uns liegenden Aufgaben", so der Kulmbacher Rathauschef. Man wisse nicht, wie die öffentlichen Haushalte in den kommenden Jahren aussähen, "welche wirtschaftlichen Schwierigkeiten uns erwarten", so Lehmann.

"Fass ohne Boden": Kulmbacher OB Lehmann sieht beim Kauerndorfer Tunnel Gefahr für Wald und Trinkwasserversorgung

Er schlägt vor, das Geld besser für einen attraktiveren Bahnverkehr oder die Sanierung bestehender Straßen zu verwenden. Kauerndorf wäre aus seiner Sicht ein "Fass ohne Boden". 

Es sei etwa "längst überfällig", dass der Bahnhof in Kulmbach barrierefrei ausgebaut werde. Außerdem sehe Lehmann eine Gefahr für die Trinkwasserkapazitäten beim Tunnelprojekt. Dabei blicke er besonders auf den aktuell "extrem trockenen Sommer".

Zudem bedrohe die Trockenheit auch die "Existenz unserer Wälder". Nun werde "ohne Not ein ganzer Berg abgeholzt". Lehmann ist der Ansicht, dies stehe "in keinem Verhältnis zum Mehrwert dieses Projekts". Der Tunnelbau wäre aus seiner Sicht eine "Umweltsünde ersten Grades". 

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