Im Rahmen eines Ortstermin haben beide klar Position bezogen.Die Angelegenheit erfährt insofern auch eine gewisse Brisanz, weil Baudirektor Siegfried Beck vom Staatlichen Bauamt die Vorgriffsmaßnahme am Montagabend in der Sitzung des Gemeinderates erneut erläutern wird. Dazu gibt es auch ein Schreiben eines Bürgers (die BR berichtete). Schließlich sieht die Tagesordnung nicht nur eine Beratung, sondern gegebenenfalls auch eine Beschlussfassung zu dieser Vorgriffsmaßnahme vor.

Die Position der CSU-Gemeinderatsfraktion mit den beiden stellvertretenden Bürgermeistern Heinz Mösch und Melanie Schieber sowie Gemeinderat Klaus Wollnik ist eindeutig. CSU-Ortsvorsitzender Stephan Heckel-Michel gab sie bei dem Ortstermin auch im Wortlaut bekannt: "Im Interesse aller Beteiligten, dem Staatlichen Bauamt und der Gemeinde Ködnitz, der Verkehrsteilnehmer, aber insbesondere auch der betroffenen Bürgerinnen und Bürger nicht nur in der Siedlung, sondern auch in den Ortschaften Kauerndorf und Fölschnitz sind Gespräche zu führen, um die Gefahrenstellen zu beseitigen, aber das mit minimalen Eingriffen."

Das heißt im Klartext, die CSU im Gemeinderat Ködnitz ist gegen einen Vollausbau der Staatsstraße zwischen Fölschnitz und Kauerndorf. CSU-Ortsvorsitzender Stephan Heckel-Michel ging zunächst auf die Chronologie der bisherige Maßnahmen an der Staatsstraße 2182 ein und verwies auf die Deckenerneuerung mit der Erstellung einer neuen Betonwand und scharfkantigen Granitbordsteinen im Jahr 2014. Damit entstand nach Meinung des früheren Bürgermeisters Stephan Heckel-Michel eine Einengung der Fahrbahn in einem Teilbereich.

Im September 2018 beschäftigte sich der Gemeinderat im Nachgang mit einem schweren Unfall, der glücklicher Weise noch glimpflich abging. Dazu lag dem Gremium auch ein Antrag der Gemeinderatsfraktion der Freien Wähler von Fölschnitz vor. Auf ungeteilte Zustimmung stieß der Antrag bei allen Fraktionen im Gemeinderat zur Anordnung von Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 50 und 70 km/h, gleichzeitig die Betonleitschutzwand um 1,5 Meter nach außen zu versetzen, die scharfkantigen Granitbordsteine zu entfernen, um die Entstelle damit zu verbreitern und auch mögliche Ausweichstellen zu schaffen, die von den Verkehrsteilnehmern auch genutzt werden können.

CSU-Ortsvorsitzender Stephan Heckel-Michel weiter: "Nicht anfreunden konnte sich das Gremium allerdings mit der Forderung der Freien Wähler, unverzüglich mit den Planungen zum Ausbau der Staatsstraße 2182 einschließlich der Planungen für einen unselbstständigen Radweg zu beginnen." Relativ zügig seien die angeregten Geschwindigkeitsbeschränkungen vom Landratsamt angeordnet worden - und in dem Teilbereich, in dem der Unfall passiert sei, sei eine Geschwindigkeitsbegrenzung sogar auf 40 km/h erfolgt.

CSU-Ortsvorsitzender Stephan Heckel-Michel: "Diese Maßnahme hat schon zu einer merklichen Entschärfung beigetragen, denn die vorgegebenen Höchstgeschwindigkeiten werden akzeptiert und größtenteils eingehalten. Und es wurde auch noch ein positiver Nebeneffekt erzielt: Es finden weniger starke Beschleunigungsvorgänge nach den Ortschaften Fölschnitz und Kauerndorf statt, das heißt auch weniger Verkehrslärm und an den Ortseingängen eine geringere Ankommgeschwindigkeit."

Im Oktober 2019 wurden Bodenerkundungen im Bereich der Staatsstraße vorgenommen, um zu prüfen, ob ein Vollausbau möglich ist. Dafür wurde die Straße zwischen Fölschnitz und Kauerndorf auch mehrere Tage für den gesamten Verkehr gesperrt. CSU-Ortsvorsitzender Stephan Heckel-Michel dazu: "Ich habe damals ausgeführt, dass wir zum einen die Umweltverträglichkeit im Blick haben sollten - zum anderen ist keinem gedient, wenn wir eine gerade Strecke bekommen, die zum Rasen verleitet."

Für den früheren Bürgermeister wäre es schon ein Fortschritt, wenn die installierte Betonwand ein Stück weiter zurück versetzt wird. Die jetzt im Juli dieses Jahres vorgestellten Überlegungen des Staatlichen Bauamtes gehen nach den Worten der Ködnitzer CSU-Gemeinderäte weit über das hinaus, was damals im Gremium gefordert wurde. So sei in der vorgelegten Planung die gesamte Staatsstraße zwischen Fölschnitz und Kauerndorf betrachtet worden, dabei mit dem Ziel, im Endausbau eine Fahrbahnbereite von mindestens sechs Metern und beidseitige Bankette mit je 1,5 Meter zu erreichen.

Die CSU-Gemeinderatsfraktion ist sich einig: "Sollte das so umgesetzt werden, dann haben wir die nie gewollte Rennstrecke. Die jetzt geltende Geschwindigkeitsbeschränkung würde wohl entfallen, nach den Ortsausgängen würde voll beschleunigt werden, dabei mit entsprechender Lärmbelästigung für die dortige Wohnbebauung oberhalb der Staatsstraße."

Für völlig ausreichend wird der Rückbau der Betonwand um einen Meter gehalten. Daneben noch die Entfernung der Granitbordsteine und unter Umständen eine geringfügige Verbreiterung des Bereiches, in dem diese Bordsteine eingebaut waren sowie die Beibehaltung der erfolgten Geschwindigkeitsbeschränkungen.