Harald Geyer, seiner Frau Michaela und den beiden Söhnen Andreas und Christian steckt der Schrecken auch am Montag noch in den Knochen. Auf ihrem landwirtschaftlichen Anwesen am Ortseingang von Losau hat es am Freitagabend im Kälberstall gebrannt. "Das ist der Alptraum jedes Bauern, dass der Stall brennt", sagt Michaela Geyer.

Zum Glück war das Feuer rechtzeitig entdeckt worden, so dass Schlimmeres verhindert werden konnte. Es war der achtjährige Landwirtssohn Christian, der zusammen mit seiner Tante den Rauch aus dem Kälberstall aufsteigen sah und gleich Alarm schlug. Auch aufmerksame Nachbarn hatten zeitgleich die Feuerwehr verständigt. "Wenn es später passiert wäre, ohne dass es jemand bemerkt hätte, wäre es eine Katastrophe geworden", weiß Harald Geyer.

70 Kälber und Jungrinder stehen in dem Stall, der erst vor drei Jahren gebaut wurde und in dessen erster Box das Feuer ausgebrochen ist. Bis die Wehren eintrafen, hatte die Landwirtsfamilie schon selbst mit den Löscharbeiten begonnen und damit wichtige Vorarbeit für die Rettungskräfte geleistet. Die rückten mit einem Großaufgebot an, denn aufgrund der großen Gefahr der Ausbreitung und der hohen Zahl an bedrohten Tieren war umgehend ein Großalarm ausgelöst worden. Die Feuerwehr Stadtsteinach übernahmen an der Einsatzstelle die komplette Logistik für die eingesetzten Atemschutztrupps, die bei Minustemperaturen und teilweise bei Schneefall die Arbeit verrichteten. Zusätzlich wurden mehrere Atemschutztrupps für den Einsatz bereitgestellt.

Die Rettungskräfte konnten den Brand zum Glück schnell eindämmen und ein Übergreifen auf den gesamten Stall verhindern. Mit einer Wärmebildkamera wurden zudem zahlreiche Brandnester abgelöscht.

Bis auf ein Kalb, das vermutlich an einer Rauchvergiftung starb, konnten alle Tiere gerettet werden. Einige Kälber haben leichte Brandverletzungen und Rauchvergiftungen und müssen noch tierärztlich versorgt werden. Personen wurden nicht verletzt, und auch an dem Stallgebäude entstand nur geringer Sachschaden.

Ursache Branntkalk

Zur Brandursache hat die Polizei Stadtsteinach die Ermittlungen aufgenommen. Nach bisherigen Erkenntnissen hat sich wohl Branntkalk, der zu Desinfektionszwecken auf dem Boden ausgebracht und dann mit Stroh abgedeckt wird, entzündet, wie der stellvertretende Leiter der Polizei Stadtsteinach, Marco Gottesmann, erläutert. Die Ermittler würden nun abklären, ob dieses Vorgehen zulässig sei.