Wenn Lothar Huber in diesen Tagen die Bilder aus den Hochwassergebieten sieht, wird ihm mulmig. Zehn Jahre ist es jetzt her, dass er auf dem Weg in die Untersteinacher Partnergemeinde Mogilany (Polen) in Dresden die große Elbflut mit eigenen Augen gesehen hat.

"Wir sind damals mit dem Bus fast nicht mehr von der Autobahn runtergekommen. Die Bilder am Fernsehen bringen das gar nicht richtig rüber. Das Ausmaß der Verwüstungen kann man sich nicht vorstellen", sagt der Vorsitzende und Dirigent der Untersteinacher Blasmusik, die am kommenden Donnerstag mit einer Abordnung erneut zu den Jubiläumsfeierlichkeiten nach Mogilany reisen - und vermutlich abermals die zerstörerische Kraft der Fluten in Ostdeutschland sehen wird.

Sofort zugestimmt

Die Idee von Lothar Huber, die Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen des Jugendblasorchesters bei der Untersteinacher Blasmusik unter das
Zeichen der humanitären Hilfe zu stellen, kam bei den Aktiven jedenfalls sehr gut an. "Die haben alle sofort zugestimmt", erklärt der 48-Jährige und betont, dass die Untersteinacher Musiker gezielt in Deggendorf helfen möchten, wo die Flut besonders hart zugeschlagen hat.

Am liebsten wäre es dem Orchester, wenn man Kollegen helfen könnte - zum Beispiel einem Musikverein, dessen Vereinsheim vom Hochwasser betroffen war. "Wir stehen schon mit dem zuständigen Bezirksdirigenten in Verbindung und suchen nach Ansprechpartnern", berichtet Huber.

Sollten die Kollegen im Raum Deggendorf das Glück gehabt haben und verschont geblieben sein, so der Vorsitzende, wollen die Untersteinacher gezielt einem Kindergarten oder einer anderen gemeinnützigen Einrichtung helfen.

Die finanziellen Mittel für eine schnelle und unbürokratische Hilfe will das Jugendblasorchester durch ein Benefizkonzert für die Flutopfer aufbringen.

90-minütiges Programm

Als Termin wurde inzwischen der 14. Juli festgelegt. Das 30 Personen starke Orchester wird dann ab 17 Uhr in der Wallfahrtsbasilika Marienweiher ein rund 90-minütiges Konzertprogramm bieten, das mit einer Multivisionsschau unterlegt ist.

Für Lothar Huber persönlich ist der Auftritt nicht nur deshalb ein besonderer Termin, weil er die Not im Hochwassergebiet lindern soll, sondern auch, weil er damit erstmals in seiner Heimatgemeinde Marktleugast konzertiert - und das einen Tag nach seinem Geburtstag.

Der Dirigent und Vorsitzende hofft wie alle seine Musikerkollegen auf einen zahlreichen Besuch des Konzerts, für das kein Eintritt erhoben, wohl aber um Spenden gebeten wird.

Das zehnjährige Bestehen des Jugendblasorchesters in der Untersteinacher Blasmusik haben die Aktiven bereits vor Wochen zum Anlass für eine Konzerttournee durch den Landkreis genommen. "Wir spielen in verschiedenen Orten, aus denen unsere Musiker kommen", erklärt Lothar Huber. Auftakt war am Ostermontag in der Autobahnkirche Himmelkron, wo der Erlös der zuständigen Kirchenstiftung gespendet wurde.

Zwei weitere Konzerte

Das zweite Konzert der Reihe wird am 14. Juli nun in der Basilika Marienweiher zugunsten der Flutopfer über die Bühne gehen. Zwei weitere Auftritte auf dem Wirsberger Marktplatz und in der Neudrossenfelder Kirche sind in Vorbereitung.