Die alten Hallen der früheren Weberei Häßler gammelten über 20 Jahre vor sich hin. Lange Zeit tat sich hier gar nichts. Eine Industriebrache, wo früher Webstühle ratterten und Möbelstoffe produziert wurden. Jetzt tut sich etwas auf dem 8500 Quadratmeter großen Grundstück. Die Mainleus Invest GmbH hat das Gelände in der E.-C.-Baumann-Straße 2b gekauft und bereits begonnen, aufzuräumen.

Vor fünf, sechs Jahren war schon einmal eine Lösung in Sicht. Alles schien klar und einfach: Die Stadt Kulmbach hatte den Abbruch der Industriebrache neben der ATU-Autowerkstatt und den Neubau eines Postverteilzentrums und einer Dekra-Prüfstation genehmigt. Doch der Investor und Eigentümer Aunde wurden sich beim Grundstückspreis nicht einig.

Es folgten zweieinhalb Jahre Irrungen und Wirrungen. Der Logistik-Konzern als Hauptmieter wollte am Standort festhalten. Immer wieder gab es Verhandlungen, bis der Gelbe Riese mit dem Verteilzentrum schließlich in die Blaich umsiedelte.

In der Innenstadt musste die Post ausziehen, nachdem das Bayerische Rote Kreuz das Gebäude beim Bahnhof gekauft hatte, um es selbst zu nutzen.

Karin Niechziol von Aunde bestätigte jetzt den Verkauf an Mainleus Invest (MI). Damit verschwindet der letzte Rest der 1995 stillgelegten Weberei. Nach und nach wurden Ende der 90er Jahre die Maschinen ins neue Aunde-Gebäude in der Vorwerkstraße gebracht. Den vorderen Teil des Geländes an der Saalfelder Straße erwarb 1997 die Firma ATU.

Was hat der Investor vor?

"Wir machen das gesamte Gelände frei für die weiteren Planungen", erklärte MI-Geschäftsführer Sebastian Türk. Soll heißen: Die Hallen werden abgebrochen. Was er genau vorhat, will Türk erst in ein paar Wochen sagen. Man habe auch überlegt, zumindest einen Teil des Gebäudes in die künftige Nutzung zu integrieren. Davon sei man aber abgekommen, weil Altlasten entdeckt wurden. "Wir haben Asbest in den Decken. Die Erhaltung der Bausubstanz ist nicht möglich."

Mainleus Invest hat sich vor allem durch den Kauf des Spinnerei-Areals in Mainleus vor ein paar Jahren einen Namen gemacht. Türk: "Wir wollten das Gelände vor einer unwürdigen Nachnutzung retten und wollten, dass für Mainleus etwas Vernünftiges rauskommt." Durch den Weiterverkauf des Großteils der Immobilie an die Gemeinde ("Wir haben noch 25 bis 30 Prozent und planen auch mit") und eine nachhaltige Planung sei man auf einem guten Weg.

"Prägende Gebäudeteile werden erhalten", so der MI-Geschäftsführer.