Es mag ein bisschen mit der Jahreszeit zu tun haben: In Mainleus herrscht Aufbruchstimmung auf dem Gewerbe- und Bausektor. Hier tut sich in nächster Zeit einiges.

In Angriff genommen wird heuer die Revitalisierung einer jahrelangen Brache: Beim alten Kino in der Pölzer Straße stehen Container vor der Tür - seit zwei Wochen wird entrümpelt. Arno Friedrichs von AFC Hartmetall hat das Gebäude gekauft.

360 Plätze im "Roxy"

Wie Werner Krauß von den Heimat- und Geschichtsfreunden Mainleus in Erfahrung brachte, gab es das Kino nur sieben Jahre. Es gehörte Hans Kolb und wurde am 17. September 1953 eröffnet. "Es hieß Roxy und hatte nur einen großen Saal mit 360 Plätzen", so Krauß. 1960 war schon wieder Schluss - am 27. Dezember wurde der letzte Film gezeigt. "Vorher lief das Kino gut, dann kam das Fernsehen."

Nach dem Kino folgte ab 1964 die Konfektionsnäherei Kulmag. Es wurde eine Zwischendecke eingezogen, und man hatte zwei Nähsäle. Anschließend wurden hier Lebensmittel verkauft. Dann stand das Gebäude lange leer. Es vergammelte zusehends, und vor zirka 15 Jahren gab es Pläne, Wohnungen zu bauen, die aber nicht zum Tragen kamen.

Wird heuer in Angriff genommen

Der Investor hält sich noch bedeckt, was er vorhat. "Wir prüfen alle Optionen, konkrete Pläne liegen bisher nicht vor", sagt AFC-Finanzchef Sebastian Türk, der an der Entwicklung des Projekts beteiligt ist. Klar ist: "Das alte Kino werden wir dieses Jahr in Angriff nehmen - was und wie auch immer." Parallel dazu, so Türk, baut die Firma AFC die genehmigten zwölf Mitarbeiterwohnungen in der Mainleuser Hauptstraße.

Ebenfalls verkauft wurde die Raiffeisenbank Schwarzach. Viele Bürger hatten für den Fortbestand ihrer Filiale demonstriert. Die Raiffeisenbank Obermain revidierte ihre Entscheidung aber nicht und schloss die Zweigstelle Ende Juni 2018.

Die Immobilie stand zum Verkauf und wurde nun von Peter Hofmann (Fahrzeugbau Hofmann) erworben. Der Käufer wollte sich auf Anfrage nicht zu seinen Plänen äußern.

Kleiner Gewerbepark

Zu dem Areal gehört ein kleiner Gewerbepark in den früheren Raiffeisenhallen mit den Firmen Heinlein Bau und Zapf Montagebau sowie dem Malerbetrieb Schirmer und Betonbau Tasler, die hier Lagerflächen haben. "Ich bin hier seit 2006 und hoffe, dass ich drinbleiben kann", sagt Jochen Heinlein.

Auf dem freien Eckgrundstück in der Industriestraße wollen zwei Gewerbebetriebe neu bauen. Im Dezember erhielt die Schreinerei Tasler bereits die Baugenehmigung. Man wird den bisherigen Standort in der alten Spinnerei aufgeben, wenn das neue Gebäude steht. Nebenan will sich der Kulmbacher Spezialist für Elektromotoren und Pumpen, Schneider GmbH in der Blaich, ansiedeln.

Zwei Hä#user, zwölf Wohnungen

Auf dem Wohnungsbausektor wird die Gemeinde Mainleus aktiv. Im April findet der erste Spatenstich für den Neubau von zwei Mehrfamilienhäusern mit zwölf Wohnungen im Hans-Grimm-Weg statt. Hier werden 3,5 Millionen Euro investiert. "Ein Drittel davon kommt vom Freistaat aus dem kommunalen Wohnungsbauförderprogramm", so Bürgermeister Robert Bosch.

Nach seinen Worten ist die Fertigstellung im Sommer 2020 geplant: "Es werden Topwohnungen, teilweise behindertengerecht." Interessenten könnten Bewerbungen im Rathaus abgeben, "aber die Vergabe erfolgt erst, wenn alles fertig ist".

Dönerbude kommt zurück

Neu gestaltet wird in den Osterferien das Umfeld des Rathauses. Wie angekündigt, wird das benachbarte alte Haus mit Mitteln der Förderoffensive Nordostbayern abgebrochen. "Während der Abrissarbeiten muss die Dönerbude kurz umziehen, kehrt aber wieder zurück", so Bosch. Damit die freie Fläche optisch was hermacht, soll später eine Planung erfolgen.