Den Einsatzkräften hat sich schon bei den Löscharbeiten der Verdacht aufgedrängt, dass der Brand, der die Freizeithalle am Goldenen Feld im April zerstört hat, gelegt worden ist. Da das Feuer an mehreren Stellen bekämpft werden musste, war es auch naheliegend, dass Brandbeschleuniger eingesetzt worden war. Was den Helfern noch sehr komisch vorkam: Es gab mehrere Kameras, die in der Halle installiert waren. Die Aufzeichnungsgeräte waren aber verschwunden.



Großer Feuerwehreinsatz

Rückblick: Am Montag, 23. April, gegen 3.30 Uhr wurde Rauchentwicklung aus dem Freizeitcenter in der Straße "Am Goldenen Feld" gemeldet. Was folgte, war einer der größten Feuerwehreinsätze in Kulmbach in der jüngsten Vergangenheit.
Das Feuer setzte in der mit Blech verkleideten Halle, in der neben einem Bowlingcenter auch ein Kinderland und ein Restaurant untergebracht waren, nahezu die komplette Inneneinrichtung in Brand.
Bis zu 270 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks, des Rettungsdienstes und der Polizei waren stundenlang im Einsatz, nachdem sich die Löscharbeiten schwierig gestaltet hatten. Glücklicherweise erlitt bei dem Brand niemand Verletzungen. Es stand ein Sachschaden in Höhe von rund drei Millionen Euro.


Hoher Zerstörungsgrad

Kriminalbeamte aus Bayreuth übernahmen noch während der Löscharbeiten die Ermittlungen, nachdem Polizeibeamte aus Kulmbach die ersten Maßnahmen eingeleitet hatten. Aufgrund des enormen Schadensausmaßes und des hohen Zerstörungsgrades der Halle gestalteten sich die in alle Richtung laufenden Ermittlungen schwierig. Nachdem das Gebäude so massiv zerstört worden war, dauerte es eine Zeit, bis man die Halle überhaupt betreten konnte. Unterstützung erhielten die Bayreuther Brandfahnder von einem Sachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamtes und von einem speziell ausgebildeten Spürhund der Polizei.
Was viele vermutet hatten, hat die Polizei Mitte Mai bestätigt. Man gehe von Brandstiftung aus, teilte das Polizeipräsidium Oberfranken da in einer Pressemitteilung mit. Wo sich der Brandherd befunden hat, ob Brandbeschleuniger im Spiel waren - zu diesen Fragen gab die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen keine Antwort.


Es gibt offenbar ein Geständnis

Jetzt gab Jochen Götz, Gruppenleiter bei der Staatsanwaltschaft Bayreuth, bekannt, dass in der Halle an mehreren Stellen Feuer gelegt worden ist. Und Götz teilt auch mit, dass es einen Tatverdächtigen gibt, gegen den ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden ist. Weitere Details könne er zum momentanen Zeitpunkt nicht preisgeben, so Götz. Wie unsere Zeitung erfahren hat, soll der Verdächtige die Tat schon gestanden haben. Dazu wollte sich der Vertreter der Staatsanwaltschaft jedoch nicht äußern.