Gleich in der ersten Sitzung des neuen Jahres konfrontierte Bürgermeister Günther Hübner (CSU) den Gemeinderat mit einer Herkulusaufgabe: den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses mit veranschlagten Baukosten von rund 900 000 Euro. Die spannende Frage in der Diskussion war, ob sich die Gemeinde Harsdorf angesichts weiterer teurer Projekte wie die Sicherung der Wasserversorgung und der Ausbau der Straße von Zettmeisel nach Altenreuth den Neubau in der beabsichtigten Größenordnung überhaupt leisten kann.

Vorrangig ging es Hübner aber nur darum, im Zuge einer Bauvoranfrage vom Landratsamt Kulmbach zu erfahren, ob der Standort am Festplatz auch genehmigungsfähig wäre.

"Schon eine riesige Hütte"

"Es ist schon eine riesige Hütte." Mit diesen Worten legte Hübner den ersten Planentwurf des Bindlacher Architekten Berthold Just vor. Demnach wäre das Gerätehaus 27 Meter lang und knapp 15 Meter breit. Neben zwei Stellplätzen seien im Erdgeschoss auch Umkleideräume und Toiletten, eine Werkstatt sowie ein öffentliches Behinderten-WC untergebracht. Über ein Treppenhaus solle der Schulungsraum im ersten Stock erreichbar sein.

Die Planung ist nach den Worten des Bürgermeisters mit der Feuerwehr abgestimmt. "Was rauskommt, werden wir sehen. Die Umsetzung steht natürlich auch unter einem Finanzierungsvorbehalt."

Thomas Böhner (FW) zeigte sich überrascht: "Können wir uns Kosten von rund 900 000 Euro überhaupt leisten?" Michael Hahn (CSU) machte als Kommandant deutlich, dass die Planung nach den derzeit gültigen Vorschriften erfolgte. Wilfried Löwinger (CSU) sah es für richtig an, zunächst die weitreichendste Planung vorzulegen.

Ein Kraftakt

"Ob die Umsetzung machbar ist, ist dann eine andere Geschichte. Auf jeden Fall bedeutet die Finanzierung für unsere Gemeinde einen Kraftakt. Es gilt auch zu überlegen, ob der Bau in Teilabschnitten möglich ist."

Löwinger hielt auch Sach- und Arbeitsleistungen der Wehr und Spendenaktionen in der Bevölkerung für notwendig.

Die staatliche Förderung bezifferte Günther Hübner auf zehn Prozent. Es gehe aber vorerst darum, ob der ins Auge gefasste Bauplatz am Rande des Festplatzes mit der angrenzenden Autobahn auch Aussicht auf eine Genehmigung hat.

Wilhelm Lauterbach (FW) meinte, dass der Baukörper auf den ersten Blick zwar groß wirke. Er verwies jedoch auf Gerätehäuser in der Nachbarschaft, die allesamt schon wieder erweitert werden mussten.

Böhner: Lachnummer

Thomas Böhner störte sich am geringen Staatszuschuss: "Das ist für mich eine Lachnummer."

Der Bürgermeister warb dennoch für den Planentwurf: "Der Bau ist nicht überzogen, er schaut nur so aus."

Am Ende gab es eine einhellige Zustimmung. Erst wenn das Landratsamt grünes Licht gegeben habe, werde die Gemeinde den Grunderwerb vornehmen.