Björn Sommerer (FuG) hat sich auch im zweiten Anlauf nicht gegen Harald Hübner (CSU) durchsetzen können - wie vor sechs Jahren unterlag er in der Stichwahl gestern. Fast 700 Stimmen Unterschied trennte die beiden am Ende.

Harald Hübner (CSU) freute sich über das Resultat. Für ihn sei es nun nicht nur eine gewonnene Wahl, sondern auch eine Verpflichtung für die Zukunft, auch für die, die ihn nicht gewählt hätten, da zu sein. Er wolle niemanden bevorzugen oder benachteiligen - das habe er in der ablaufenden Wahlperiode auch konsequent durchgezogen - selbst wenn ihm das doch den einen oder anderen Ärger eingebracht habe.

Vor sechs Jahren hätten ihn die Bürger vielleicht noch nicht so gekannt und hätten vielleicht auch nicht gewusst, wie er die Amtsgeschäfte führen werde. Jetzt sei es ihm aber offenbar gelungen, einen großen Teil der Bürger zu überzeugen.

Der Wahlkampf sei sehr fair gewesen, attestierte er den Mitbewerbern. Alle hätten sich bemüht, sich zurückzuhalten. "Und es ist ja auch nicht meine Art, den anderen an den Karren zu fahren", so Hübner.

Die Gemeinde stecke jetzt mitten in vielerlei Projekten - der Parkplatzbau, die Gemeindeverbindungsstraße Buch am Sand, wo für den 14. April der Baubeginn geplant sei. Es gebe viele Planungen, die Ortskernsanierung, bei der endlich das Pflaster wegkomme. Insofern könne er viele spannende Baustellen begleiten. Dazu gehöre auch, dass ein großer Teil älterer Ortsstraßen saniert und Kanäle erneuert werden müssen. Weitere Themen seien die Mittagsbetreuung in der Schule und die notwendige Erhöhung der Kapazitäten für die Krippen.

Gute Zusammenarbeit

Hübners Gegenkandidat Björn Sommerer (FuG) verhehlte seine Enttäuschung nicht: "Wenn man bei einer Wahl antritt, will man auch gewinnen", sagte er. Er gratulierte dem Bürgermeister und freute sich auf eine gute Zusammenarbeit. Hoffentlich gelinge es, Neudrossenfeld in schwieriger Zeit weiter voranzubringen, für die nächsten Jahre gut aufzustellen und das gemeinsam zu schaffen.

Andere Voraussetzungen

Zu seinem Abschneiden verwies er darauf, dass diesmal andere Voraussetzungen vorgelegen hätten als vor sechs Jahren. Damals habe die SPD ihren Wählern freigestellt, wie sie sich entscheiden.

Bei den Freien Wählern, deren Kandidat Rainer Strobel nach dem ersten Wahlgang ausgeschieden war, sei dies anders gewesen. Aus Äußerungen und Veröffentlichungen nach dem ersten Wahlgang habe man schon schließen dürfen, dass der amtierende Bürgermeister unterstützt werde.

Immerhin habe Harald Hübner ja rund 600 Stimmen dazugewonnen. Und es sei ja auch nachvollziehbar - die Freien Wähler hätten Harald Hübner vor sechs Jahren ja auch mitnominiert.Von daher sei er vom Ergebnis nicht großartig überrascht. Bis jetzt habe man eine gute Zusammenarbeit gehabt - im Gemeinderat gebe es neue Gesichter. Und die Verhältnisse von den Fraktion her würden sich damit sowieso verändern. "Ich bin", so Björn Sommerer, "jedenfalls absolut zuversichtlich."

Das Ergebnis

Wahlberechtigte: 3094

Wähler: 2508

Wahlbeteiligung: 81,06 Prozent

Harald Hübner (CSU): 64,07 Prozent (1587 Stimmen)

Björn Sommerer (FuG): 35,93 Prozent (890 Stimmen)

Frühere Wahlen

2014 Im ersten Wahlgang kam Harald Hübner (CSU) auf 43,22 Prozent, Björn Sommerer (FuG) auf 31,38 Prozent und Rudolf Bock (SPD) auf 25,40 Prozent. In der Stichwahl setzte sich damals dann Hübner mit 50,31 Prozent durch - das entsprach einer Differenz von 14 Stimmen.

2020 Im ersten Wahlgang hatte Harald Hübner (CSU) 45,14 Prozent der Stimmen für sich geholt. Björn Sommerer (FuG) kam auf 29,63 Prozent - und Rainer Strobel (FW) auf 25,23 Prozent.

Gemeinderat

Durch die Wahl hat die CSU mit Stefan Will einen Nachrücker: CSU: Thomas Neugebauer, Dieter Bauernfeind, Marion Weidner, Stefan Will; SPD: Michaela Schirmer, Franz Klatt, Rudolf Bock; FuG: Björn Sommerer, Georg Waldmann, Harald Kull, Annette Fial; FW: Rainer Strobel, Alfred Wirth, Manuela Stöcker, Jochen Bergmann; WGW: Thomas Erlmann