Die Gummistraße dürfte nicht jedem Kulmbacher bekannt sein. Wer aber sein Auto bei der Firma Ludewig reparieren lässt, wer bei den Orthopäden Dentler und Lämmermann in Behandlung ist oder wer beim BHG-Bauzentrum sein Material einkauft, der kennt die Straße in der Mittelau.

Dort herrscht nicht der große Durchgangsverkehr - doch es ist bis jetzt möglich, von der Reichelstraße zur E.-C.-Baumann-Straße zu fahren. Das wird bald nicht mehr möglich sein. Die Gummistraße soll eine doppelte Sackgasse werden - eine Zufahrt von beiden Seiten, aber eben keine Durchfahrt mehr.

Drei Monate Frist

Der Stadtrat beschloss gestern Abend einstimmig, ein Verfahren nach dem Bayerischen Straßen- und Wegegesetz einzuleiten, um ein Teilstück der öffentlich gewidmeten Straße einzuziehen. Der Verwaltungsakt könne frühestens drei Monate nach Bekanntgabe der Einziehungsabsicht erfolgen, hieß es.

Damit kommt man der Kulmbacher Brauerei entgegen, die beiderseits der Gummistraße ihr Betriebsgelände erweitern will. Die Neubauten sollen durch eine Überbauung der Straße miteinander verbunden werden.

Durch die Investition der Brauerei solle der Standort Kulmbach gesichert werden, hieß es in der Sitzung. Außerdem komme die Bausumme von mehreren Millionen Euro der heimischen Wirtschaft zugute. Die Einziehung des Straßenstücks sei nur möglich, wenn Gründe des öffentlichen Wohls vorliegen. Dies wird von der Verwaltung bejaht: Standortsicherung eines der größten Arbeitgeber in der Region, Sicherung von Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen für die Stadt, Geld, das der Allgemeinheit zugutekommt.

Anlieger können klagen

Während der Zeit Dreimonatsfrist können alle Straßenanlieger ihre Interessen vertreten und Einwände vorbringen. Wenn der Stadtrat die Straßeneinziehung befürwortet, haben die Betroffenen die Möglichkeit, gegen die Einziehungsverfügung vor dem Verwaltungsgericht zu klagen.