Zum "Tag der offenen Gartentür" öffneten zwölf Hobbygärtner in der Gemeinde Grafengehaig ihre privaten Anwesen. Die Besucher staunten.
Der Bromenhof in
Grafengehaig liegt weit ab jeglicher Wohnbebauung. Doch genau solch ein Anwesen war immer der Traum von Ulrike Lokies. Gemeinsam mit ihrer Familie hat sie den Bromenhof zu einem einzigartigen Paradies entwickelt. Herzstück ist ein formaler Bauerngarten. "Einfach nur schön, das ist mir nicht genug. Alles, was im Garten wächst, muss noch einen anderen Zweck haben", sagt die stolze Besitzern.
Sie hat in ihrem Bauerngarten Kräuter, Beeren und Gemüse aller Art. "Das Rote ist Gartenmelde, das kann man wie Spinat essen", erklärt sie den zahlreichen Interessierten. Der große Garten mache gar nicht so viel Arbeit. "Wir haben keinen Fernseher. Ich investiere vielleicht vier Stunden pro Woche in den Garten. Wenn etwas Größeres anfällt, wie in diesem Jahr der neue Zaun, dann ist das natürlich mehr Arbeit", so Lokies. Auch ihre Familie ist begeistert.
Sohn Florian (8) hilft ebenso selbstverständlich mit wie sein größerer Bruder. "Ich finde, Garten macht Spaß", sagt Oliver Lokies (13). Dass er seinen eigenen Garten haben darf, in dem er Gemüse und Kräuter anbaut, gefällt ihm besonders.
Küken sind für Besucher der Hit
Sehenswert sind die Grafengehaiger Gärten alle. Pfarrerin Heidrun Hemme hat eine echte Attraktion zu bieten, denn rechtzeitig zum "Tag der offenen Gartentür" sind Küken geschlüpft. Die quirligen braun-gelben Knäuel sind bei großen und kleinen Besuchern der Hit.
"In meinem Garten wächst alles wie es ist. Auch Unkraut und Brennnesseln haben ihre Berechtigung", erklärt Hemme. Sie setzt auf naturnahen Gemüseanbau. Ihr Garten ist Heimstatt für Laufenten und Hühner, für Minischafe und Katzen.
Echte Kleinode haben sich Bianca Göbel und ihre Eltern Margit und Horst in Walberngrün geschaffen. Bianca Göbel präsentiert einen naturnahen Garten, in dem es an nichts fehlt.
Backhäusla und Pool
Sie hat sogar ein Backhäusla und einen kleinen Pool geschaffen. Überall gibt es Sonnenterrassen und Kübelpflanzen. Bei Margit und Horst Göbel gibt es Kletterpflanzen wie Hopfen, Klematis und Fünffingerwein. Wasserstellen und Rhododendren setzen im großflächigen Rasenteil Akzente. Das Grundstück wird von einer Obsthecke umrahmt.
In Eeg arbeitet die 70-jährige Anita Heerdegen ständig an der Weiterentwicklung ihres persönlichen Staudenparadieses. Seit 1974 sammelt sie Pfingstrosen und Baumpäonien, eine besondere Art der Pfingstrosen. "Ich habe bestimmt 20 verschiedene", berichtet sie. Doch damit nicht genug. In ihrem Garten blühen "brennende Liebe", Sonnenblumen, Mohn und Rosen. Es gibt Wasserflächen, idyllische Sitzgelegenheiten und Kunstgegenstände. "Ich habe mein ganzes Leben lang gearbeitet. Jetzt mache ich nur noch den Garten, was soll ich sonst tun."
Einen Traum in Gelb präsentieren Hannelore und Michael Jacobson. Sie haben ein denkmalgeschütztes Anwesen in Walberngrün erworben und ein Paradies daraus gemacht. In ihrem Garten ist ein prächtiges Feucht- und Trockenbiotop.
Gerhard Knarr zeigt im Grundweg in Grafengehaig eine beispielhafte Hofgestaltung. In Renate Lauterbachs Anwesen begeistern sich die Besucher für die vielen Stauden und für die Kräuterspirale. In Weidmes öffnet Christine Malkomes ihren Garten. Und Monika und Manfred Schübel zeigen in Grafengehaig, was man aus einem terrassenförmigen Grundstück alles machen kann. "Ich bin eher für die grobe Arbeit zuständig", erklärt Manfred Schübel. Die Feingestaltung erledigt dann seine Frau.
Simone und Michael Schüssler begeistern mit Trockenmauern, die sie auf ihrem rund 1000 Quadratmeter großen Grundstück angelegt haben. Aber auch die Gemüsebeete, das Gewächshaus oder der Naturteich gefallen den zahlreichen Besuchern.
Die Pforten des Gartens Nummer 12 öffnen Renate und Karl Söllner in Seifersreuth. Die Familie hat einen Selbstversorgergarten mit viel Gemüse, aber auch Blumen, Obstbäumen und Beerensträuchern. Platz für ein Insektenhotel ist natürlich auch.
Viele Anregungen für Zuhause
Die vielen Besucher, die den "Tag der offenen Gartentür" nutzen, um über den eigenen Zaun hinauszuschauen, nehmen wertvolle Anregungen und Gestaltungsideen für den eigenen Garten mit. Auch der Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, Friedhelm Haun, ist von der Vielfalt begeistert.