Wie wir es satt hatten: Einfallsloser als die von unseren Fernsehgebühren gut bezahlten Programmmacher der öffentlich-rechtlichen Talkshows, die wöchentlich über die Mattscheibe flimmern, geht's fast nicht. Einheitsbrei bei Maischberger, Will, Jauch (alle ARD) und Illner (ZDF): Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem.

Gefühlt hat es heuer nur zwei Themen gegeben. Unschlagbar in der ersten Jahreshälfte: Griechenland. Was haben uns Ministerpräsident Tsipras und mehr noch sein Finanzminister Varoufakis zur Weißglut gebracht? Als ob sich die Probleme in Luft aufgelöst hätten, als ob nie vom Grexit oder den Milliarden der Hilfspakete die Rede gewesen wäre - Griechenland ist plötzlich out.


Syrer statt Syriza

Seit Sommer ist Syriza von den Syrern aus den Talkshows katapultiert worden. Dienstags, mittwochs, donnerstags und sonntags überrollt uns die Flüchtlingsdebatte. Wir schaffen das! Wie schaffen wir das? Selbst die ewig Kanzlerin sitzt bei Anne Will auf dem Sofa.

Gott sei Dank ist Gregor Gysi zurückgetreten. Er räumt seinen Posten als Fraktionschef der Linken und zieht sich auf die hinteren Bänke im Bundestag zurück. Gut, dass man am Dienstag bei Maischberger die Chance genutzt hat (varietas delectat), nach den vielen schweren Themen eine lockere Sendung mit dem rhetorisch brillanten Selbstdarsteller und Medienliebling zu machen. Gregor hat sich charmant, wortgewandt und altersmilde - 67 ist er jetzt - auf der großen TV-Bühne präsentiert. Stasi-Vorwürfe hin, IM Notar her - in den Talkrunden ist er auch künftig unverzichtbar.

Wer sich die ganze Maischberger-Sendung ansehen möchte, braucht nur hier zu klicken.