Die jüngste Sitzung des Gemeinderates fand deshalb am Montagabend erstmals im Schulungsraum des Feuerwehrgerätehauses in Fölschnitz statt. Und um das Ausweichquartier des Gemeinderates gab es dann gleich eine Kampfabstimmung. Gemeinderat Willi Kolb (SPD) vermisste eine Absprache im Gemeinderat, wo der Gemeinderat künftig zu tagen hat und brachte den Sitzungssaal im Trebgaster Rathaus ins Spiel: "Der Sitzungsaal und der Aufzug wurden doch von der Verwaltungsgemeinschaft gesponsert und warum sollen wir diesen nicht nutzen. Man hätte sich zumindest darüber unterhalten können." Bürgermeister Stephan Heckel-Michel (CSU) beendete die Debatte mit dem Hinweis: "Wenn der Gemeinderat das will, dann tagen wir dort oben!" Die anschließende Abstimmung brachte aber neben Willi Kolb nur mit Anita Sack (FW) und Holger Göhl (WGK) zwei weitere Befürworter für den Trebgaster Sitzungssaal.

Für die Erneuerung der Heizungsanlage des TSV Ködnitz gewährt der Gemeinderat einen Zuschuss von 3000 Euro. Wie Bürgermeister Stephan Heckel-Michel aufzeigte, hat sich der Sportverein für den Austausch der 25 Jahre alten Ölheizung auch deshalb entschieden, weil das Sportheim im Bereich des Hochwasserschutzgebietes des Weißen Mains liegt und damit erhöhte Anforderungen anfallen. Mit dem Einbau einer Wärmepumpe würden keine Gefahrenstoffe mehr anfallen und die Kosten bezifferte der TSV auf 17 402 Euro. Bürgermeister Stephan Heckel-Michel schlug vor, dass man sich nach Abrechnung der Maßnahme durchaus noch einmal unterhalten könne, ob die zugesagten Fördermittel von 3000 Euro ausreichend sind. Gemeinderat Holger Göhl, zugleich auch Vorsitzender des TSV Ködnitz, machte deutlich, dass es höchste "Eisenbahn" war, die Heizungsanlage auszutauschen. Der Strom für die Wärmepumpe wird über die Photovoltaikanlage erzeugt, die auf dem Dach des Sportheimes angebracht wurde.

Zur gegenwärtigen Baumaßnahme am Rathaus berichtete Bürgermeister Stephan Heckel-Michel, dass die Nebengebäude an der rückwärtigen Seite des Gebäudes inzwischen abgebrochen und beseitigt wurden. Hinsichtlich der Gestaltung der Nord-Ost Fassade legte Architekt Thomas Hanisch zwei Alternativen vor. Das Gremium entschied sich gegen die Stimme von Michael Heisinger (Rangen), die Fassade so zu belassen, wie sie ursprünglich geplant war. Bei der von Gemeinderat Heisinger favorisierten Lösung hätte die Gemeinde rund 3000 Euro einsparen können.

Einen größeren und zum Teil auch konträren Beratungsbedarf gab es zum beabsichtigten Waldwegbau in Verlängerung des Bergweges. Im Bereich der Wohnbebauung muss die Gemeinde demnächst größere Tiefbaumaßnahmen für die Verlegung der öffentlichen Abwasser- und Wasserleitung vornehmen, weil diese Ent- und Versorgungsleitungen überwiegend auf privatem Grund liegen. Unabhängig davon wurde der Bergweg aber bei den letzten Starkregenfällen so in Mitleidenschaft gezogen, dass größere Mengen Geröll vom öffentlichen Feld- und Waldweg den Abwasserkanal regelrecht dichtgemacht haben. Die Gemeinde Ködnitz hat allein für die Entsorgung des Gerölls rund 13 000 Euro ausgegeben, damit der Abwasserkanal wieder funktionsfähig ist.

Bürgermeister Heckel-Michel ließ das Gremium wissen, dass der Feld- und Waldweg in der Verlängerung des Bergweges über ein Förderprogramm saniert werden könnte, das heißt, ein ordentliches Profil mit mehreren Rückhalte- und Staumöglichkeiten erhält, damit künftig bei ähnlichen Starkregenereignissen derartige Schäden vermieden werden. Die Förderung würde über das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten laufen, wobei mit einer Förderquote mit 70 Prozent gerechnet werden kann. Die Bauträgerschaft müsste die Gemeinde Ködnitz übernehmen. Bürgermeister Stephan Heckel-Michel: "Es stehen Kosten von rund 20 000 Euro im Raum. Mit dieser Maßnahme würden wir die Überlastung des Kanals im Bergweg minimieren. Die Waldbesitzer wären mit der Maßnahme auch einverstanden."

Gemeinderat Willi Kolb hielt eine ähnliche Maßnahme auch im "Veitsgraben" für zielführend, doch hier wurden Kosten von rund 800 000 Euro ermittelt: "Ich stimme der Maßnahme im Bergweg nur zu, wenn zeitnah auch im Veitsgraben was passiert. Die schimpfen alle, und es muss was passieren." Bürgermeister Heckel-Michel vertrat die Meinung, dass man die beiden Maßnahmen nicht miteinander vergleichen könne. Gegen die Stimme von Willi Kolb beschloss der Gemeinderat, die Bauträgerschaft für diesen Waldwegbau zu übernehmen und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit der Planung und Leitung der Wegebaumaßnahme zu beauftragen.

Und noch einmal kam Kritik von Gemeinderat Willi Kolb auf. Dieses Mal monierte er fehlende Informationen aus den Sitzungen der Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft Trebgast. Gemeinderat Bernd Müller (CSU) unterstützte ihn dabei: "Wir werden manchmal vor vollendete Tatsachen gestellt, wie zum Beispiel mit der ILE-Managerin."