Ich selbst habe mit Physik nicht viel am Hut (obwohl einige Lehrkräfte am Markgraf Georg-Friedrich-Gymnasium einst ihr Möglichstes versucht haben, um das zu ändern). Stattdessen habe ich meine eigene - wenig wissenschaftliche, nicht beweisbare, aber trotzdem irgendwie plausible - Erklärung für diese Tatsache, die ich an der Antwort auf eine simple Frage festmache: Warum vergehen Stunden oft im Flug, während sich manchmal Minuten zu einer Ewigkeit ausdehnen?

An der Zeit selbst kann es nicht liegen. Die vergeht - tick-tack - immer gleichmäßig schnell, ob uns das gerade in den Kram passt oder nicht. Es ist eine der wenigen tröstlichen Gerechtigkeiten auf der Welt, dass jedem Menschen jeden Tag gleich viele Minuten zur Verfügung stehen.

Das Phänomen muss also damit zusammen hängen, was wir mit unserer Zeit anfangen. Als ich mich vor ein paar Tagen mit einer Freundin traf, die ich lange nicht gesehen hatte, haben wir einen Nachmittag verquatscht und waren erstaunt, als es plötzlich draußen schon dunkel war. So lange haben wir doch gar nicht...

Wenn ich dagegen nach Feierabend am Herd stehe und darauf warte, dass das Nudelwasser kocht, dann bilden sich die Bläschen am Topfboden in Zeitlupe.

Was lernen wir daraus? Wenn Sie mal wieder das Gefühl bekommen, viel zu wenig Zeit zu haben, machen Sie doch was richtig Langweiliges. Sie bekommen dadurch zwar nichts erledigt, aber Sie haben plötzlich gaaaaaanz viel Zeit.