Gärtnereien, Baumschulen und Gartencenter dürfen ab heute wieder öffnen. Verständlich, dass die Freude darüber bei Renate Kreul, der Betreiberin der Staudengärtnerei im Trebgaster Ortsteil Lindau groß ist.

Staatsministerin Michaela Kaniber hatte den Beschluss des Bayerischen Ministerrats auf ihrer Internetseite verkündet: "Das ist eine wirksame Hilfe für unsere Gärtner. Die Gewächshäuser und Freilandflächen stehen voller verkaufsfertiger Pflanzen, die dringend auf ihre Abnehmer warten."

Wer also jetzt die Frühlingszeit nutzen will, um Salat, Gurken oder Tomaten zur Selbstversorgung anzupflanzen, kann die Setzlinge einkaufen. Auch Blumen gibt es wieder.

Hygienevorschriften gelten weiter

Klar ist freilich, dass die Hygienevorschriften und Abstandsregeln beim Kauf unbedingt einzuhalten sind. Der Schutz der Gesundheit hat weiterhin oberste Priorität.

Renate Kreul (56) ist froh und dankbar über die Lockerung: "Ich habe bis zum Schluss gezittert, weil der April für unsere Staudengärtnerei der wichtigste Monat ist. Dass es jetzt wieder anläuft, ist für uns sehr wichtig."

Die zurückliegenden Wochen waren für Renate Kreul, die seit genau 25 Jahren ihre Staudengärtnerei betreibt - zuerst in Schlömen, wo heute die Umweltschule SchlöNZ ihr Domiziel hat, und seit einigen Jahren in Lindau - alles andere als angenehm.

Dass man in dem Beruf auch hin und wieder Niederschläge hinnehmen muss, das hat sie gerade jetzt in der Corona-Krise leidvoll erfahren: "Natürlich haben wir Corona seit Dezember in China mitbekommen, dachten aber, es ist alles weit weg. In Südbayern waren zunächst noch Einzelfälle, doch dann kam die Pandemie doch ziemlich überraschend. Als Ministerpräsident Söder dann vor gut drei Wochen seine Ansprache gehalten hat, war es schon ein Schlag, dass wir nicht mehr aufmachen durften."

Trotz aller Einnahmeverluste und Unwägbarkeiten kommt Renate Kreul aber zum Ergebnis, dass die Bayerische Staatsregierung richtig gehandelt hat: "Ich denke, alles ist tragbar, wenn dafür die Krankheit im Griff ist."

Die Lockerung zur Öffnung kommt für sie gerade noch zur rechten Zeit, denn mit der Lieferung und dem Großhandel allein hätte man sich nicht über Wasser halten können. Renate Kreul hatte bereits Kurzarbeit angemeldet und eine Soforthilfe bei der Regierung von Oberfranken beantragt: "Die wurde uns relativ leicht gemacht, und wir hatten auch immer einen Ansprechpartner am Telefon. Da hat man sich wirklich bemüht." Und das weiß Renate Kreul auch zu schätzen, weil es für viele Betriebe eine Überlebenshilfe ist.