Pfarrer Peter Brünnhäußer ist sich mit Bürgermeister Hermann Anselstetter und einem Großteil der Wirsberger Bevölkerung einig: "Es wird was Schönes, wir sind unserer Marktgemeinde dankbar."
Am Rosenmontag haben die Abrissarbeiten am Gebäude Marktplatz 12 begonnen, dort, wo ein Bürgerhaus entstehen soll. Das Projekt ermöglicht künftig einen ungewohnten, aber dafür umso schöneren Blick auf die Johanniskirche.


Mehr Licht und mehr Luft

"Wir haben jetzt viel mehr Licht und auch viel mehr Luft, und das ist für die Kirchengemeinde ein großer Gewinn", freut sich Pfarrer Brünnhäußer. Der freie Blick auf das Gotteshaus sei etwas Wunderbares.
Nach dem Abriss des Köhler-Hauses dürfen sich vor allem die älteren und gehbehinderten Gläubigen sowie die Besucher von Konzerten und sonstigen Festlichkeiten freuen, denn sie können nach den umfangreichen Arbeiten barrierefrei in die Kirche gelangen.
Die Treppe bleibt zwar bestehen, doch im oberen Bereich wird ein barrierefreier Zugang zur Johanniskirche geschaffen. Bürgermeister Hermann Anselstetter (SPD) zählt zu den "Geburtshelfern", schränkt jedoch ein: "Es ist ein Gemeinschaftsprojekt von uns allen." Eine Bürgerin habe ihn in einem Brief gebeten, zu überlegen, ob man das Haus nicht abreißen könnte. Er habe dieses Ansinnen aber nicht sofort im Gemeinderat behandelt, "weil ich natürlich mit dem Hochzeitsmuseum ein gebranntes Kind war".
"Wenig später ist aber die gleiche Meinung im Gemeinderat aufgetaucht. Ich habe das Thema dann erst einmal setzen lassen, um den richtigen Zeitpunkt für dein Entscheidung zum Abriss zu erwischen."


Kaum Widerstände

Beim Landesamt für Denkmalpflege und im Landratsamt gab es laut Bürgermeister keine großen Widerstände. Mit Blick auf den nunmehr freien Platz stellte er fest: "Wenn unser Vorhaben gelingt, wird es in jeder Beziehung ein städtebauliches Kleinod, das man selten findet. Die Dominanz unseres Gotteshauses kommt jetzt voll zum Tragen."
Für den Anbau an das Bürgerhaus Marktplatz 10 gebe es erste Entwürfe. "Wir tüfteln noch mit der Regierung von Oberfranken und dem Landesamt für Denkmalpflege an dem Baustil ", so Anselstetter. Ihm schwebe "eine fränkisch angelehnte, vielleicht schon mit modernen Akzenten versetzte Bauweise" vor.
Zum Vorschein kommt jetzt auch die letzte Bauernscheune im Ort, die auch über ein Kellergewölbe verfügt. Der Bürgermeister: "Sie sieht zwar außen miserabel aus, aber im Innenbereich ist sie sehr reizvoll. Mit der Sanierung retten wir die letzte große Bauernscheune, die wir in Wirsberg haben."
In der Scheune sollen einmal landwirtschaftliche Geräte aus früheren Zeiten zur Ausstellung kommen.
Rund 52 000 Euro kostete der Abbruch. In nächster Zeit erwartet der Markt einen ersten Bewilligungsbescheid der Regierung von Oberfranken über eine Bausumme von 800 000 Euro für 2018, die zu 90 Prozent gefördert wird.
In diesem Jahr soll noch der Anbau an das künftige Bürgerzentrum entstehen. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2020 geplant.


Lob vom Fernsehkoch

Fernsehkoch Alexander Hermann hat sich über Facebook geäußert: "Es ist jetzt schon so phantastisch besser! Großes Kompliment, und ich möchte hiermit den Gemeinderat mit dem Bürgermeister für die Entscheidung loben, da so ein Gemeindezentrum hinzubauen und das alte Haus wegzureißen. Dieses Lob soll nicht überheblich wirken, sondern soll eigentlich nur die Mischung aus Respekt und Applaus darstellen. Tolle Entscheidung von euch allen, super!"