Nicht nur, dass sie für Außenstehende, also "Reigschlaafta", praktisch nicht zu erlernen und schon gar nicht zu verstehen ist, wenn wir Franken richtig loslegen. Nein: Die Verständigung kann bisweilen sogar schon von Ort zu Ort oder zwischen Bewohnern der Stadt und des Landkreises schwierig werden.

So musste auch ich mir als gebürtiger Kulmbacherin nach meiner Umsiedlung in den Norden unseres schönen Landkreises erst einmal den ortsüblichen Wortschatz draufpacken. Es hat zugegebenermaßen etwas gedauert, bis aus "vorigs Johr" (vergangenes Jahr) "vöders" wurde, aus den "Küchla" "Streuberla" (in Kronach: Krapfen) und aus "hüm und drüm" (hier und dort) "hessen und gessen".

Gerade als ich gedacht hatte - nach inzwischen über 20 Jahren - , ich kann endlich angemessen parlieren, vernahm ich auf jenem Geburtstag doch tatsächlich ein mir bis dahin unbekanntes Wort: "allmaletta". Häh?, fragte ich auf gut Fränkisch nach, was soll das denn heißen?

Na, scho immer halt, bekam ich zur Antwort und die hochdeutsche Übersetzung gleich mit dazu: all mein Lebtag lang. Aha, man lernt eben "allsaletta"nie aus.

Immerhin: einig waren sich alle, dass sie nach Kulmbach "nei" fahren. Bei Bayreuth wurde es schon komplizierter. Die einen fahren "nauf", die nächsten "nunder" und wieder andere schlichtweg "noch" Bayreuth.

Und noch eines ist uns fränkischen Muttersprachlern gemein: Wir können unsere Herkunft einfach nicht verleugnen, so sehr wir uns auch bemühen. Mehr als einmal bekamen wir im Urlaub an der Ostsee zu hören: "Ihr kommt aus Franken, oder?" Freilich!