Die Ausdrücke, mit denen ein 20-Jähriger vier Kulmbacher Polizisten beschimpft hat, sind nicht druckreif. Neben den Beschimpfungen leistete der junge Mann auch Widerstand gegen die Beamten, die ihn im Dezember vergangenen Jahres in der Oberen Stadt in Gewahrsam nehmen wollten.

Später wurde er noch einmal handgreiflich gegen Polizisten, als er in die Ausnüchterungszelle der Kulmbacher Inspektion gebracht werden sollte. Wohl eine Flasche Jägermeister hatte der 20-Jährige nach eigener Aussage intus, was bei ihm die Hemmschwelle sinken ließ. Nun musste er sich für sein Verhalten vor dem Amtsgericht Kulmbach verantworten.

Aber nicht nur das: Der 20-Jährige war mit einem weiteren jungen Mann noch in einer anderen Sache angeklagt, die sich am gleichen Tag im Dezember 2015 im Umfeld des Bahnhofs und des Einkaufszentrums "Fritz" zugetragen hat: Den beiden wurde gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, sie hätten einen 17-Jährigen geschlagen und in den Schwitzkasten genommen.

Doch dieses Verfahren wurde eingestellt, nachdem das Opfer aus dem Landkreis keinen der Angeklagten identifizieren konnte. Er kenne die beiden nicht, hatte der junge Mann, der als Zeuge geladen war, gegenüber Amtsgerichtsdirektor Christoph Berner ausgesagt. Damit war die Sache erledigt.

Blieb noch die Anschuldigung wegen Widerstands, Körperverletzung und Beleidigung gegen Polizeibeamte, für die sich aber nur der 20-Jährige verantworten musste.

Die Polizisten wollten die Personalien des jungen Mannes in der Oberen Stadt in Kulmbach kontrollieren. Gegenüber den Beamten habe er dann gesagt, er heiße Florian Silbereisen. Als ihn die Polizisten in Gewahrsam nehmen und ins Polizeiauto setzen wollten, leistete er Widerstand und beschimpfte die Ordnungshüter. Auch als er die Ausnüchterungszelle der Polizeiinspektion gebracht werden sollte, setzte er sich zur Wehr.


Schriftlich bei Polizisten entschuldigt

Der Mann, der sich derzeit in einer Ausbildung befindet und schon drei Einträge im Bundeszentralregister hat (zwei Mal gefährliche Körperverletzung, Diebstahl) räumte die Vorwürfe unumwunden ein. Er habe sich auch schon schriftlich bei den Polizisten entschuldigt und bezeichnete sein Benehmen als "unangebracht und respektlos". Inzwischen habe er sein Verhalten geändert und lebe in geordneten Verhältnisse. Er wohne mit seiner Freundin zusammen und trinke nur noch ab und zu ein Glas Wein. Seitdem gehe es ihm deutlich besser.

Seine Einsicht hielt ihm zwar Staatsanwalt Stefan Kolb zugute, aber nachdem er schon einschlägig in Erscheinung getreten sei, hielt er als Strafe eine Woche Dauerarrest für angebracht.

Dem kam Richter Berner aber nicht nach. Er verdonnerte den 20-Jährigen zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro an die Geschwister-Gummi-Stiftung.

Sein Urteil begründete er damit, dass sich bei ihm der Eindruck gefestigt habe, bei dem jungen Mann gehe es aufwärts. Auch die Entschuldigung für seine Taten sei nicht selbstverständlich. Allerdings legte der Richter dem Angeklagten ans Herz, sich sein künftiges Handeln gut zu überlegen. "Wenn nochmal was passiert, ist ein Arrest die Folge."