Nach dem Eingang der Meldung bei der Leitstelle in Bayreuth war am Freitagabend ein Großaufgebot an Feuerwehren aus Feuln/Waizendorf, Hegnabrunn, Himmelkron, Kulmbach, Lanzendorf, Lindau, Neuenmarkt und Trebgast ausgerückt. Das alleinstehende Haus liegt am Ortsausgang Richtung Kulmbach in einem Kessel unterhalb der Spitzkehre nach der Brauerei Haberstumpf. Deshalb ist das Anwesen weit und breit nicht einsehbar.
Die Scheune stand beim Eintreffen der ersten Löschfahrzeuge schon lichterloh in Flammen, sie war nicht mehr zu retten. Deshalb konzentrierte sich die ganze Aufmerksamkeit der Einsatzkräfte auf die Rettung des direkt angrenzenden Wohnhauses, was letztlich auch gelang.

Der Vorsitzende der Trebgaster Feuerwehr, Emil Lauterbach, wundert sich immer noch, dass die Dämmung überhaupt gehalten hat. Mit einer verkohlten Außenverkleidung und einer vom Löschwasser durchfeuchteten Mauer ist das Ganze letztendlich noch einigermaßen glimpflich ausgegangen.

Außer dreißig Zentnern Kohle und den gesamten Holzvorräten für den Winter wurden auch alle in der Scheune befindlichen Maschinen und Geräte zerstört. Ein Zweizylinder-Eicher-Bulldog aus dem Baujahr 1963, Motor- und Kreissäge, Rasenmäher und die Fahrräder der Kinder. "Ich habe kein einziges Werkzeug mehr", sagt Armin Schoberth, "auch der Hühnerstall ist weg."

Ein Hahn und eine Henne laufen etwas verstört über die Wiese, die anderen ducken immer noch fünfzig Meter oberhalb im Gebüsch. Sie stehen vermutlich noch unter Schock. Auch von den vier Lauf-Enten ist weit und breit nichts zu sehen.

Armin Schoberth trat am Freitag um 14.30 Uhr seinen Dienst als Lokführer bei der Bahn an. "Ich bin mit dem Zug gerade aus Bayreuth losgefahren, als mich meine Frau anrief." Schoberth ist dann in Trebgast ausgestiegen, eine Kollege hat den Zug nach Bamberg übernommen.

Die letzte Brandwache der Trebgaster Feuerwehr ist erst Samstagfrüh gegen 9 Uhr abgezogen. So lange hat es noch gequalmt. Bis Mittag werden die Männer jetzt noch brauchen, um ihre Schläuche zu reinigen und wieder einzulagern. Eine Leitung von immerhin 800 Meter mussten sie vom Weißen Main unten im Tal bis zur Brandstelle legen, um die Flammen zu bekämpfen. Mit Wasser aus einem Hydranten, der sich etwa zwanzig Meter oberhalb der Scheune befand, konnte zunächst der Giebel des Wohnhauses gehalten werden.


Einsatz mit Hindernissen

Das Auto der Kulmbacher Wehr, das das meiste Wasser dabei hatte, rutschte bei der Anfahrt in einen Graben, lag mit dem Unterfahrschutz auf und musste durch einen angeforderten Autokran der Firma Klug erst wieder auf die Räder gehievt werden.

Noch in der Nacht übernahm der Kriminaldauerdienst der Kripo Bayreuth die Ermittlungen vor Ort. Eine Brandursache steht derzeit noch nicht fest. Der Sachschaden dürfte nach ersten Schätzungen mehrere zehntausend Euro betragen.