Die Garden mit ihren prächtigen Kostümen sind das Aushängeschild des Stadtsteinacher Faschings. Doch mindestens genau so wichtig ist die Hugo-Schneckerich-Crew - eine Truppe, die beim Stadtsteinacher Fasching seit Urzeiten für die musikalische Umrahmung sorgt, eigene Lieder bringt und Gags und Sketche einstudiert, so dass kein Auge trocken bleibt. "Eigentlich bin nur noch ich übrig - ich war der Gründer und hatte die Idee", sagt Hansi Hümmer in der ihm eigenen Bescheidenheit und lacht.

Als die Crew vor 35 Jahren aus der Taufe gehoben wurde, waren illustre Persönlichkeiten dabei: Klaus Peter Söllner stand mit auf der Bühne, damals allerdings noch ohne politisches Amt, sein Bruder Franz, Simon Ott, Thomas Fick, Winfried Hempfling und Werner Pöhnlein. "Wir hatten bei unserem ersten Auftritt eine tolle Playback-Show mit Mireille Mathieu und Heino. Und der Klaus Peter Söllner war der Peter Maffay", erinnert sich Hümmer noch genau. "Beim Pfarrfasching haben wir einige Sprüche aber nicht gebracht, weil sie zu sehr unter die Gürtellinie gingen."

Fünf Jahre war die Truppe in der Anfangsformation zusammen, dann gab es eine Hugo-Band. Klaus Peter Söllner wurde Bürgermeister - und zog sich deshalb zurück. Immer wieder aber gab es neue Gesichter - Thomas Ramming, Carmen Spindler, Michael Feulner und Philipp Simon Goletz. "Wir waren meistens zu fünft - bis zum Golfkrieg", weiß Hümmer noch. Damals wurde sogar eine Prunksitzung abgesagt.


Sketche am laufenden Band

Anschließend gab es ein "Hugo-Konzentrat", bestehend aus Philipp Simon Goletz, Michael Feulner und Hansi Hümmer. Damals sangen die Hugos nur, doch inzwischen präsentieren sie auch wieder Sketche am laufenden Band. Auf die erste Prunksitzung am Samstag darf man schon gespannt sein.

"Ich bin 1996 zur dazugestoßen", erzählt Horst Kampe (57) und erinnert sich an seinen ersten Auftritt zum Thema "Maschendrahtzaun". Roland Bayer (56) ist seit 1997/98 mit von der Partie. "Ich habe als Prinz in der Faschingsgesellschaft angefangen, meine Tochter ist in der Garde. Und nach meiner Prinzenzeit bin ich dann zu den Hugos", so Bayer, der diesen Entschluss noch nie bereut hat.

Der Youngster in der Truppe ist Marcel Ott, gerade einmal 21 Jahre jung, aber seit fünf Jahren dabei. Auch er begann als Faschingsprinz und trat dann in der Bütt auf. Weil er aber auch ganz gerne singt, wechselte er zu den Hugos. Außerdem gehören zur Truppe noch Uwe Erhardt und Jürgen Münch als "Haupt-Aushilfen" sowie Techniker Michael Martin, der heuer in die Rolle des Prinzen geschlüpft ist.
Nachwuchs-Hugos wären auf jeden Fall willkommen. "Auch Frauen - die vor allem", betont Hümmer.


Aktualität hat Vorrang

Was in dieser Session aufs Korn genommen wird, verraten die Hugos, die auch privat beste Freunde sind, natürlich noch nicht. Aber ein paar Andeutungen machen sie schon. Neben VW und DFB werden sie auch aus der Region den einen oder anderen Aufreger finden. "Wir müssen alles aktuell machen", so Hümmer. Deshalb werde auch jetzt erst an den Gags gefeilt. Und: "Überall ist Comedy im Fernsehen, das macht es für uns nicht einfacher."

Die Crew hat übrigens auch eine gefühlvolle Seite: Bei der Seniorenweihnacht steuern sie alljährlich einige Songs bei, und die wollen sie Hugos auf einer CD veröffentlichen. Aber dieses Projekt steht erst nach Aschermittwoch auf dem Programm, wenn die Lach-Zeit vorbei ist.






3 Ein unvergesslicher Auftritt: Roland Bayer schlüpfte in die Rolle des Protz-Bischofs Tebartz-van Elst