Peter Pöhlmann kann sich unschwer vorstellen, wie die Menschen in Nepal leiden. "Fürchterlich, was da passiert ist", sagt der Vorsitzende der Nepalhilfe Kulmbach. Der Verein hat in dem Himalaya-Staat zahlreiche Hilfsprojekte auf die Beine gestellt. Außerdem haben viele Kulmbacher Patenschaften in Nepal übernommen.

Malekhu im Epizentrum

Bei der Nepalhilfe ist man in großer Sorge, wie es den Kindern, Kranken und alten Menschen geht, um die man sich seit Jahren kümmert. Besonders betroffen, aus der Ferne betrachtet, dürfte die Grundschule in Malekhu sein. "Dort ist das Zentrum des Erdbebens", berichtet Pöhlmann.

Er und seine Mitstreiter Sonja Promeuschel, Johann Hunger und viele andere mehr sind am Wochenende von den Nachrichten aus dem vom Erdbeben schwer erschütterten Land aufgeschreckt worden. Offiziell ist bisher von 1900 Toten die Rede. Es ist aber davon auszugehen, dass die Opferzahlen noch steigen. "Es wird mit 10.000 Todesopfern gerechnet", so Pöhlmann, der befürchtet, "dass in Kathmandu und den anderen Städten mit den alten Häusern und engen Straßen noch viele Tote und Verletzte unter den Trümmern liegen".

Das Beben mit Erschütterungen der Stärke 7,9 ist für das Land in der Himalaya-Region eine nationale Katastrophe. Aus der ganzen Welt haben sich Helfer auf den Weg nach Nepal gemacht, darunter Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks Deutschland mit Suchhunden und schwerem Räumgerät.

Das ganze Ausmaß der Katastrophe ist nicht absehbar. Viele betroffene Gebiete sind sehr abgelegen und wurden von der Kommunikation abgeschnitten. Die Stromversorgung funktioniert nicht mehr, und vielerorts sind die Straßen unpassierbar. Viele Menschen campieren im Freien aus Angst vor weiteren Erdstößen.

Das Epizentrum des Bebens lag offiziellen Angaben zufolge zirka 80 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Kathmandu. In der Region liegt der Ort Malekhu, wo die Kulmbacher eine Grundschule gebaut haben.

Allerdings hat man bei der Nepalhilfe bisher fast keine Informationen aus der Erdbebenregion. "Wir haben das Problem, dass die Verbindungen unterbrochen sind. Es gibt kaum Strom, E-Mail und Handy funktionieren nicht. Hans Hunger hatte mal kurz Kontakt", erklärt Pöhlmann.

Tilingatar-Schule beschädigt

Gesicherte Informationen gibt es lediglich von der Tilingatar-Schule in der Hauptstadt. Pöhlmann: "Wir haben eine Mitteilung, dass unsere Tilingatar-Schule in Kathmandu beschädigt ist, aber nicht schwer. Wir haben sie erdbebensicher gebaut."

Größte Sorgen macht er sich um die Menschen und die Grundschule in Malekhu im Zentrum des Erdbebengebiets. "Wir hoffen, dass nichts Schlimmes passiert ist, dass nichts eingestürzt ist. Aber wir wissen noch nichts, wir haben mit der Schule keine Verbindung", sagt der Vorsitzende der Nepalhilfe. Auch von zwei weiteren Projekten, die die Kulmbacher unterstützen, von der Klinik in Bakthapur - 30 Autominuten von der Hauptstadt entfernt - und vom Altenheim in Kathmandu, habe man keine oder nur spärliche Nachrichten.

Lebenszeichen via Facebook

Inzwischen haben die Kulmbacher ein Lebenszeichen aus dem Siddhi Memorial Hospital in Bhaktapur via Facebook erhalten. Dort heißt es: "Ihr Lieben überall auf der Welt! Die Situation in Nepal ist nach dem Erdbeben sehr traurig. Wir hoffen, dass Sie über News-Kanäle und Medien auf dem Laufenden gehalten werden. Uns liegen keine Daten aus der ganzen Region vor. Aber im Siddhi Memorial Hospital haben wir bislang mehr als 600 Menschen behandelt, 41 sind gestorben. Unter der Leitung von Dr. Dhurba Shresta und unseren Managern zusammen mit unserem Team aus Medizin und Verwaltung sind wir alle damit beschäftigt, Menschen zu retten und zu behandeln und Nahrungsmittel und Wasser für die Patienten und deren Familien bereitzustellen.

Die Rettungsarbeiten laufen in Bhaktapur, und die Verletzten sind in unserem Krankenhaus und in anderen Krankenhäusern in Bhaktapur. Alle Krankenhäuser in Bhaktapur sind voll mit verletzten Menschen. Es ist Hilfe und Unterstützung erforderlich für die Rettung und Behandlung von verletzten Personen in Bhaktapur."